Mutmaßlicher Budapester Betrüger in Wien verhaftet
- Fünf bis zehn Jahre Gefängnis drohen
- Milliarden an Kunden-Geldern: Betrug an ungarischen Banken
Der mutmaßliche Milliardenbetrüger Attila Kulcsar (30) ist am Donnerstagabend in Wien verhaftet worden. Dies bestätigte das Bundeskriminalamt (BK) am Freitag. Der 30-Jährige soll Kundengelder im Wert von umgerechnet 88 Millionen Euro veruntreut haben.
Der ungarische Polizeipräsident Laszlo Salgo bezeichnete die Verhaftung im ungarischen Fernsehen MTV als "gemeinsame Bravourleistung" der ungarischen und österreichischen Polizei. Kulcsar wurde ins Landesgericht Wien eingeliefert und befindet sich in Auslieferungshaft.
Nachdem der Finanzbroker am Donnerstag um 9.00 Uhr nicht zum Verhör in Budapest erschienen war, sei ein internationaler Fahndungsbefehl herausgegeben worden, sagte Salgo. Um 19.00 Uhr wurde Kulcsar in der Nähe der Staatsoper in Wien gestellt. Laut BK war er so überrascht, dass er sich widerstandslos festnehmen ließ.
Kulcsar soll als Chef der Brokerfirma Equities der ungarischen KH-Bank (Außenhandels- und Kreditbank) den bisher größten Betrugsskandal in der ungarischen Geschichte verursacht haben. Seit fünf Jahren habe der gelernte Maurer, dann Portier der Bank und schließlich Chef der Brokerfirma mit Kundengeldern spekuliert und damit in die eigene Tasche gewirtschaftet. Erweisen sich die Anschuldigungen als wahr, kann Kulcsar mit einer Gefängnisstrafe von fünf bis zehn Jahren rechnen.
(apa, red)
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