Donnerstag, 17. Juli 2003

WIIW sieht Osteuropa weiter auf Überholspur

  • Wirtschaft wächst deutlich stärker als in der Eurozone
  • Rascher Euro-Beitritt könnte Wachstum dämpfen

Die Konjunktur in den mittel- und osteuropäischen Reformstaaten läuft nach wie vor besser als in Westeuropa. Die Wachstumsraten haben sich in den vergangen Jahren zwar abgeschwächt, liegen aber nach wie vor um rund 2 Prozentpunkte über jenen der Euro-Zone.

Für die fünf Länder Tschechien, Ungarn, Polen, Slowakei und Slowenien (MOEL-5) erwartet das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) für 2003 im Durchschnitt ein Wachstum von 2,7 Prozent, 2004 sollten es 3,2 Prozent sein. Getragen wird die Konjunktur vor allem von der Inlandsnachfrage, aber auch die Exporte laufen gut.

Rascher Euro-Beitritt könnte schaden
Der EU-Beitritt im Mai kommenden Jahres wird für die mittel- und osteuropäischen Beitrittsländer keine unmittelbar gravierenden Folgen haben. Problematisch könnte allerdings das Anstreben einer raschen Übernahme des Euro sein, wie dies in einigen Ländern derzeit diskutiert wird.

Dies würde die Geld- und Fiskalpolitik vor große Herausforderungen stellen. Angesichts eines relativ niedrigen Wachstums und relativ hoher Budgetdefizite könnte die für den Beitritt der Euro-Zone erforderliche Erfüllung der Maastricht-Kriterien "sehr schwierig" werden.

Die EU werde durch die Erweiterung zwar "ärmer", die stärkere Dynamik der Beitrittsländer bringe aber positive Wachstumseffekte, sagte Havlik. Neben einem stärkeren BIP-Anstieg weisen die MOEL auch größere Produktivitätszuwächse auf als die EU-15.

Der Anteil der Region an der gesamteuropäischen Industrieproduktion steige und liege gemessen in Kaufkraftparitäten bei rund 11 Prozent. Zuwächse gebe es vor allem im Baltikum sowie in Ungarn und Tschechien, etwas weniger deutlich auch in Polen und in der Slowakei.
(apa, red)

17.7.2003 13:26