Mittwoch, 16. Juli 2003

G-8-Gipfel vor der Küste Georgias

  • Abgeschottete Insel als Festung gegen Demonstranten

Ein G-8-Gipfel folgt dem anderen, und jedes Mal sind mehr Demonstranten da, die mit enormem Aufwand von den Polit-Schwergewichten fern gehalten werden müssen. In Frankreich versuchte man, sich in einem engen Gebirgstal zu verschanzen - in den USA will man sich jetzt sogar auf eine abgelegene Insel zurück ziehen!

US-Präsident George W. Bush habe Sea Island für den Gipfel auserkoren, erklärten Gewährsleute. Regierungsvertreter in Georgia halten die Insel rund 100 Kilometer südlich von Savannah für ideal, um Demonstranten fernzuhalten. Die Polizei habe bereits Übungen abgehalten, um sich auf den Gipfel vorzubereiten.

Insel zwischen Armee, Marine und Polizei
In der Nähe der acht Kilometer langen privaten Insel liegen Einrichtungen der Armee und der Polizei sowie ein U-Boot-Stützpunkt. Auf der Insel befinden sich eine 1928 gebaute Ferienanlage im mediterranen Stil, mehrere Golfplätze und 500 Privathäuser.

Sea Island gehört dem Anfang des 20. Jahrhunderts vom Autohersteller Howard Coffin gegründeten Unternehmen gleichen Namens.

Störende Globalisierungs-Kritiker
In den vergangenen Jahren kam es bei den Gipfeltreffen der acht wichtigsten Industriestaaten zu Protesten von Globalisierungskritikern, die zum Teil gewaltsam verliefen. In Genua wurde 2001 ein Demonstrant erschossen, mehrere hundert Menschen wurden verletzt, darunter auch mehrere Polizisten.
(apa, red)

16.7.2003 08:40