US-Haushaltsdefizit explodiert
- 2003 wahrscheinlich über 450 Milliarden Dollar
Das amerikanische Haushaltsdefizit übertrifft in diesem Jahr die schlimmsten Befürchtungen. Nach Informationen der "Washington Post" liegt der Fehlbetrag für das Fiskaljahr 2003 wahrscheinlich bei mehr als 450 Milliarden Dollar (398 Milliarden Euro). Das Defizit liegt damit höher als im Rekordjahr 1992.
In der Regierungszeit von Präsident George Bush - dem Vater des jetzigen Präsidenten George W. Bush - betrug es 290 Milliarden Dollar. Es liegt allerdings als Prozentsatz des Bruttoinlandsprodukts niedriger als in den hohen Defizitjahren der Ära von Ronald Reagan Anfang der 80er Jahre.
Erstmals sind in den Schätzungen auch die Anfangskosten des Irak- Krieges enthalten. Das US-Präsidialamt, dessen Schätzung für das Defizit noch für Dienstag erwartet wurde, nahm zu dem Bericht des Budgetamts nicht Stellung. Die oppositionellen Demokraten sprachen von einem Defizit, das die Ausmaße einer Katastrophe annehme und machten dafür auch Steuerkürzungen der Bush-Regierung verantwortlich. Dagegen hat das US-Präsidialamt erklärt, gemessen am Bruttoinlandsprodukt handle es sich nicht um eine Rekordsumme.
Zudem wiesen Sprecher darauf hin, dass die Ausgaben für die Verteidigung des Landes nach den Anschlägen am 11. September 2001 wichtig seien. "Was kostet ein Land, das angegriffen wird?" fragte Präsidialamtssprecher Ari Fleischer. "Welchen Preis würde das amerikanische Volk zahlen, wenn so etwas jemals wieder geschehen sollte?"
Die Kriegshandlungen in Afghanistan und im Irak kosteten mit etwa 4,8 Milliarden Dollar im Monat deutlich mehr als erwartet. Zwischen 1998 und 2001 hatten die USA Haushaltsüberschüsse verzeichnet. In den nächsten Jahren soll das Haushaltsdefizit wieder halbiert werden.
(apa)
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