Dienstag, 15. Juli 2003

Ab Jänner weniger Zinsen für Lebensversicherungen!

  • Der garantierte Höchstzinssatz wird auf 2,75 Prozent gesenkt

Neukunden von Lebensversicherungen erhalten ab 2004 weniger Zinsen zugesichert. Auch hierzulande dreht der Gesetzgeber jetzt kräftig am Garantiezins für Lebensversicherungen. Wie die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) bestätigte, wird der garantierte Höchstzinssatz bei neu abgeschlossenen Lebensversicherungspolizzen mit 1. Jänner 2004 von 3,25 auf 2,75 Prozent sinken.

In Österreich wurde die Änderung - mittels Höchstzinssatzverordnung 2003 - per 30. Juni 2003 im Bundesgesetzblatt bekannt gegeben. Die FMA war damit einen Schritt schneller als die Deutschen, die zum 1. Jänner 2004 ebenfalls auf 2,75 Prozent reduzieren.

Mit der "Höchstzinssatzverordnung 2003" wird der Zinssatz für die Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen in der Lebensversicherung neu festgeschrieben. Demnach darf der Garantiezins ab 1. Jänner 2004 "höchstens 2,75 Prozent betragen." Für die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge darf dieser Zinssatz zwei Prozent nicht übersteigen.

Grund für den Beschluss zur Reduktion des Garantiezinses in der Lebensversicherung war das rückläufige Zinsniveau. Der Garantiezins orientiert sich primär an der durchschnittlichen Rendite von Staatsanleihen, und die Renditen auf den Kapitalmärkten sind zuletzt drastisch gesunken. In Österreich und in Deutschland rentieren die 10-jährige Bundesanleihen aktuell bei 3,9 Prozent. Die FMA hatte eine Garantiezins-Senkung für Lebenspolizzen bereits seit Herbst geprüft.

Per Verordnung wird nur der jeweilige Maximal-Garantiesatz für Lebenspolizzen festgelegt. Die Versicherungen zahlen in der Regel zusätzlich eine Gewinnbeteiligung aus. Wegen der drastischen Einbrüche auf den Aktienmärkten haben die Assekuranzen zuletzt aber auch die an den tatsächlich erwirtschafteten Erträgen des jeweiligen Unternehmens orientierte Gewinnbeteiligung in der Lebensversicherung gekürzt. (APA)

15.7.2003 11:01