Montag, 14. Juli 2003

EU-Finanzminister haben Trichet nominieren

  • Nachfolger Duisenbergs in der EZB

Die EU-Finanzminister haben den französischen Notenbankchef Jean-Claude Trichet als neuen Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgeschlagen. Dies verlautete am Dienstag beim Treffen der Minister aus EU-Kreisen.

Trichet soll demnach zum 1. November den bisherigen Amtsinhaber Wim Duisenberg ablösen und für acht Jahre im Amt bleiben. Vor der endgültigen Ernennung müssen noch das Europaparlament und die EU- Staats- und Regierungschefs zustimmen.

Der Weg für Trichet war durch einen Freispruch in einem Strafverfahren wegen Bilanzfälschung in Paris im Juni frei geworden. Der Niederländer Duisenberg (68) war entsprechend einer informellen Vereinbarung bei seiner Ernennung 1998 vor Ende seiner offiziell achtjährigen Amtszeit zurückgetreten. Trichet soll die vollen acht Jahre im Amt bleiben.

Nun müssen das Europäische Parlament und die Europäische Zentralbank (EZB) selbst ihre Stellungnahmen zu Trichets Nominierung abgeben, bis er von den Staats- und Regierungschefs offiziell ernannt werden kann. Der Beschluss über seine Ernennung könnte EU-Diplomaten zufolge ohne ein gesondertes Gipfeltreffen in einem schriftlichen Verfahren oder auch beim Start der Verfassungskonferenz am 4. Oktober in Rom getroffen werden. (APA/Red.)

14.7.2003 22:10