Dienstag, 15. Juli 2003

Austria-Trainer Löw nach Auftakt-Niederlage "richtig sauer"

  • Donnerstag: Bregenz schlägt Salzburg 1:0 (Kasten)
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Zehn Tore in drei Spielen, ein Zuschauerschnitt von fast 9.000 und und eine sensationelle Niederlage des großen Titelfavoriten - der Auftakt zur Saison 2003/04 in der T-Mobile Bundesliga am Mittwoch kann sich sehen lassen. Während Rapid überzeugte und mit 4:2 über Pasching an die Tabellenspitze stürmte, setzte es für den Wiener Lokalrivalen die totale Pleite. Meister Austria musste sich beim FC Kärnten 1:2 geschlagen geben. Der GAK, der als stärkster Herausforderer des Titelverteidigers gilt, kam gegen VfB Admira zu einem 1:0-Erfolg.

Die Austria enttäuschte auf allen Linien, die neu formierte Mannschaft bekam das Spiel gegen die hoch motivierten und bissigen Kärntner nie in den Griff. In der Defensive wurde bei den beiden Gegentoren durch Maric (72.) und Zafarin (74.) gepatzt, der einzige schön herausgespielte Angriff führte zum 1:0 durch Janocko (65.), ist aber für dieses Star-Ensemble sehr bescheiden. Dundee musste das Feld schon in der Pause verlassen, Kitzbichler folgte nach 53 Minuten. Viel besser wurde es aber auch nicht.

Austria-Coach wütend auf seine Star-Kicker
Jogi Löw war nach seinen ersten 90 Meisterschafts-Minuten als Austria-Trainer entsprechend wütend. "Ich bin richtig sauer. So darf man sich nicht präsentieren, die Mannschaft hat eine schlechte Leistung abgeliefert. Wir sind absolut unter dem, was bei uns möglich ist, geblieben. Über Einsatz und Einstellung wird man reden müssen", sagte der Deutsche.

Löw: "Wir waren nicht in der Lage, das Spiel zu machen und unsere technischen Möglichkeiten auszuspielen. So kann man nicht gewinnen. Vielleicht war es aber ganz gut, dass wir eine vor den Bug bekommen haben." Vielleicht rechtzeitig vor der Heimpremiere am kommenden Mittwoch. Da kommt SW Bregenz ins Horr-Stadion, also jene Mannschaft, die zum Abschluss der vergangenen Saison in Favoriten 2:0 gewonnen hat.

So kann man auch die Austria schlagen
Die Kärntner hatten der Austria eine heiße Partie angekündigt und auch Wort gehalten. Und sie haben eine Botschaft für die anderen Klubs abgegeben: "Wenn man so spielt wie wir, kann man auch gegen die Austria gewinnen", konstatierte Trainer Hannes Haubitz.

Der Erfolg nach den zwei Niederlagen gegen die Austria im Cupfinale (0:3) und im Supercup (1:2) hatte für Torschütze Maric einen einfachen Grund: "Wir hatten diesmal keine Angst vor der Austria."

Hieblinger erlitt Seitenband-Einriss
Kärnten hat seinen Heimsieg über Triple-Gewinner Austria Wien aber teuer bezahlen müssen. Wie sich am Donnerstag bei einer Untersuchung im UKH Klagenfurt herausstellte, zog sich ÖFB-Teamspieler Mario Hieblinger einen Seitenband-Einriss im linken Knie zu und fällt vier bis fünf Wochen aus.

Der 25-Jährige Libero hatte sich bei einem Pressball mit Dundee das Knie verdreht und war daraufhin in der 13. Minute durch Jovanovic ersetzt worden. Die Diagnose erfordert keinen operativen Eingriff, sondern nur ein konventionelle Therapie.

Zwei Austria-Fans in Klagenfurt attackiert
Für zwei Fans von Austria Wien war Klagenfurt in doppelter Hinsicht keine Reise wert. Zur 1:2-Niederlage gegen den FC Kärnten kamen für sie noch Prügel durch Anhänger des heimischen Klubs. Ein 17-jähriger Schüler wurde so schwer verletzt, dass er sich in Spitalbehandlung begeben musste.

Der Schüler und sein Freund waren im Bus vom Stadion in die Innenstadt gefahren. Bereits während der Fahrt kam es laut Polizei zu "leichten Reibereien" mit FCK-Fans. Drei von ihnen verfolgten die Wiener in den nahe liegenden Park, fielen plötzlich von hinten über sie her und attackierten sie mit Tritten und Faustschlägen. Während einem Wiener die Flucht gelang, wurde der 17-Jährige regelrecht krankenhausreif geprügelt. Er erlitt u.a. schwere Verletzungen im Gesicht

Rapid zum Auftakt Tabellenführer
Wer hätte sich das gedacht? Nicht Austria sondern Rapid kürte sich zum Auftakt zum ersten Tabellenführer und rettete so die Ehre Wiens. Die Hütteldorfer, die seit 16. April in der Liga ungeschlagen sind, legten einen souveränen Start hin, besiegten SV Pasching nach 4:0-Führung 4:2 (2:0) und erfreuten die Herzen ihrer Fans unter den 9.400 Zuschauern.

Hickersberger zeigt sich zufrieden
Mit dem Resultat war Hickersberger zufrieden. "Wir haben nach vorne gut kombiniert, flüssig gespielt und auch mehrere Chancen heraus gearbeitet. Nur sind wir bei 4:0 sträflich leichtsinnig geworden. Aber ich bin froh, dass die Bäume nicht zu schnell in den Himmel wachsen. Aus den Fehlern werden die Spieler bestimmt lernen", verteilte der Rapid-Trainer an die Seinen Zuckerbrot und Peitsche.

Geheimtipp GAK fährt Pflichtsieg ein
Der GAK hatte gegen die defensive Admira keine einfaches Spiel, kam aber dank eines Naumoski-Treffers (47.) zu einem 1:0-Heimsieg. "Das war harte Arbeit. Wir wollten den Sieg, der letztlich knapp, aber verdient ausgefallen ist. Spielerisch kann ich natürlich nicht zufrieden sein, doch zum Saisonbeginn ist noch keine Topleistung möglich. Diese drei Punkte waren sehr wichtig", erklärte Trainer Walter Schachner. (apa/red)

15.7.2003 15:24