Sonntag, 20. Juli 2003

Grand Prix in Silverstone: Zukunft gefährdet!

  • "Spaziergänger" drohen 3 Jahre Gefängnis
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Der spektakuläre Zwischenfall um den "Spaziergänger" während des Grand Prix von Großbritannien hat die Zukunft des Formel-1-Standorts in Silverstone ungewisser gemacht. "Das ist das Letzte, was Silverstone brauchte", sagte Streckenchef Martin Brundle. Dem "Spaziergänger" drohen unterdessen 3 Jahre Gefängnis!

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone fordert seit Monaten vom Besitzer des Kurses in Northamptonshire, dem British Racing Driver Club (BRDC), massive Investitionen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen.

Der Mann, der am Sonntag auf die Strecke gelaufen war, befand sich noch am Montag in Polizeigewahrsam. Gegen ihn wird wegen Landfriedensbruchs ermittelt, er muss mit einer Haftstrafe von bis zu drei Jahren rechnen. Bei dem Mann handelt es sich laut Polizeiangaben um einen 56-jährigen Iren, der in London lebt. Seine Tat war religiös motiviert.

Er war mit einem Schottenrock bekleidet und einem Schild mit der Aufschrift "Read the Bible ... the bible is always right" ("Lest die Bibel ... die Bibel hat immer recht") in der zwölften Runde auf dem Kurs aufgetaucht. Er zwang durch seine lebensgefährliche Aktion die Fahrer zu Ausweichmanövern.

Nach bangen Sekunden wurde der Verrückte von Streckenposten eingefangen und abgeführt. Einen ähnlichen Fall hatte es im Grand Prix von Deutschland 2000 gegeben. Damals war ein Franzose aus Protest wegen seiner Entlassung von Mercedes-Benz an der schnellsten Stelle des Hockenheim-Kurs über die Strecke gelaufen.

"Wir werden diesen Vorfall untersuchen", kündigte Formel-1-Chef Ecclestone nach dem Rennen in Silverstone an. Er bemängelte die Sicherheitsvorkehrungen, räumte aber ein, dass es sehr schwierig sei, "solche Menschen zu stoppen".

Ecclestone betonte aber, dass der Zwischenfall keinen Einfluss auf die Diskussion um die Zukunft von Silverstone habe. Er hatte in den Tagen vor dem Rennen, Investitionen in Silverstone gefordert. Insgesamt 53 Millionen Pfund (ca. 74 Millionen Euro) sollen die Betreiber aufwenden, um die Rahmenbedingungen zu verbessern.

"Das ist immer noch weniger als andere Strecken investieren", betonte Ecclestone. Bis Mitte August habe der BRDC Zeit, sonst werde Silverstone im kommenden Jahr aus dem Formel-1-Kalender gestrichen: "Ich will einen britischen Grand Prix, und ich will die besten Bedingungen."

BRDC-Präsident Jackie Stewart meinte: "Der Club ist nicht in der Lage, das Geld aufzubringen." In Silverstone wurde am 13. Mai 1950 das erste Formel-1-Rennen der Geschichte gestartet.
(APA)

20.7.2003 20:06
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