Samstag, 19. Juli 2003

Fall Kobe Bryant: Zweifel an Version von mutmaßlichem Opfer

  • Spermaspuren von anderem Mann in Unterwäsche entdeckt

In der Affäre um den US-Basketballstar Kobe Bryant sind Zweifel an der Glaubwürdigkeit seines mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers aufkommen. Bei einer Anhörung in Eagle im US-Bundesstaat Colorado teilte der Chefermittler, Sheriff Doug Winters, am Mittwoch mit, die 19-jährige Hotelangestellte habe Sex mit mindestens einem anderen Mann in dem fraglichen Zeitraum eingeräumt.

Am Tag nach dem mutmaßlichen Übergriff durch den Basketballstar seien in ihrer Unterwäsche Sperma, Blut und Haare eines anderen Mannes entdeckt worden. Die Haare stammten von einem kaukasischstämmigen Mann, während Bryant Schwarzer ist.

Ein Richter wird entscheiden, ob ein Gerichtsverfahren gegen den Basketballstar eröffnet wird. Bei einem Schuldspruch droht dem 25-Jährigen lebenslange Haft. Nach den neuen Erkenntnissen sagte Bryants Anwältin Pamela Mackey, der Fall beruhe auf "reinem Gerede". Es gebe keinen Grund für einen Prozess. Zudem warf sie den Ermittlern Versäumnisse bei der Spurensicherung vor. Staatsanwalt Gregg Crittendon sah jedoch nach wie vor Beweise für einen sexuellen Übergriff.

Der Multimillionär Bryant war im Juli festgenommen worden und später gegen Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Er räumte ein, Ende Juni mit der Frau Sex gehabt zu haben, bestreitet aber eine Vergewaltigung.

Bryant gilt unter sportbegeisterten Jugendlichen in seiner Heimat als ein Vorbild und Held. Mit den Los Angeles Lakers gewann er in den vergangenen drei Jahren die NBA-Meisterschaft. Er selbst wurde 2002 zum besten Spieler der Basketball-Liga gewählt. Die Vorwürfe gegen den Liebling der NBA-Profiliga erregen die Gemüter in den USA derart, dass Staatsanwälte, Ermittler, Polizisten und Richter sowie das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer Morddrohungen erhielten.

(apa/red)

19.7.2003 11:33