Dienstag, 15. Juli 2003

Tour de France: Ullrich siegt im Zeitfahren überlegen

  • Deutscher nimmt Armstrong 1:35 Minuten ab und ist Zweiter
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Rückschlag für Lance Armstrong bei der Tour de France! Der viermalige Sieger und Titelverteidiger konnte im Einzelzeitfahren am Freitag sein Gelbes Trikot zwar verteidigen, verlor jedoch 1:35 Minuten auf Jan Ullrich. Der Deutsche fuhr auf den 47 Kilometern von Gaillac nach Cap Decouverte in einer eigenen Liga.

Lance Armstrong hat am Freitag bei der Tour de France eine empfindliche Niederlage kassiert, sein Gelbes Trikot aber erfolgreich verteidigt. Just in seiner Domäne, dem Zeitfahren, wurde der vierfache Gesamtsieger auf der zwölften Etappe von Gaillac nach Cap Decouverte vom siegreichen Jan Ullrich um nicht weniger als 1:36 Minuten distanziert und führt vor den vier Etappen in den Pyrenäen nur noch mit 34 Sekunden Vorsprung auf den Deutschen, der sich von Platz sechs auf zwei verbesserte. Georg Totschnig fuhr stark und schob sich als Tages-13. an die zwölfte Stelle der Gesamtwertung.

Ullrich, der erst am 21. April nach 14-monatiger Zwangspause in die Saison gestartet war, feierte eine triumphale Rückkehr bei der Tour. Der Gesamtsieger von 1997 gewann auf der hügeligen Strecke mit einem Schnitt von mehr als 48 km/h und ließ Armstrong keine Chance. Dabei hat der Texaner bei der Tour schon sechs Zeitfahren für sich entschieden. "Das hätte ich mir vor dem Start nie gedacht, jetzt habe ich einen Etappensieg", freute sich der 29-jährige Ullrich. "Ich habe Armstrong noch nie in einem Tour-Zeitfahren geschlagen, ich bin sprachlos, dass es gelungen ist. Jetzt ist alles möglich."

Es war ein Start-Ziel-Sieg für den Bianchi-Kapitän auf dem Weg zu seinem sechsten Etappen-Erfolg bei der Tour. Nach 13 Kilometer lag Armstrong noch mit ihm gleichauf, doch dann zog Ullrich unwiderstehlich davon. Winokurow, Sieger einer Alpen-Etappe, bot das beste Zeitfahren seiner bisherigen Karriere, büßte aber 2:05 Minuten auf Ullrich ein. Als Gesamt-Dritter hat er nur 51 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter Armstrong. Schon vor dem Zeitfahren hatte er gemeint, dass es in den Bergen eine Allianz der zwei früheren Telekom-Kollegen gegen Armstrong geben könnte. (APA/red)

15.7.2003 17:26