Sonntag, 20. Juli 2003

16 Verletzte bei zwei Explosionen in Nizza

  • Polizei geht von Anschlägen aus

Bei der Explosion zweier Bomben vor der Finanz- und Zollverwaltung im südfranzösischen Nizza sind in der Nacht auf Sonntag 16 Menschen verletzt worden. Der zuständige Unterpräfekt ging von einem kriminellen Hintergrund aus. Erkenntnisse über die Täter oder ein Bekennerschreiben lägen aber noch nicht vor. Mehrere Häuser und Autos wurden von der Wucht der Detonationen beschädigt.

Die Sprengsätze detonierten rund fünfzig Meter voneinander entfernt im Abstand von nur wenigen Minuten, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die leicht verletzten oder unter Schock stehenden Anrainer wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Die Sprengsätze waren in den Vorhallen der beiden Behördenstellen im Zentrum der Stadt an der Cote d'Azur versteckt. Das metallene Eingangsportal der Finanzverwaltung wurde von der Wucht der Explosion verbogen. Die Bewohner von drei Häusern in der Nachbarschaft verließen ihre Wohnungen, deren Fensterscheiben zu Bruch gegangen waren. Geschäftsinhaber sammelten die Reste ihrer zerstörten Vitrinen ein. Die Schäden seien beträchtlich, sagte der Unterpräfekt des Dpartements Alpes-Maritimes, Abdel Aissou.

Vor dem Sitz der Finanz- und Zollverwaltung wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, die Straßen blieben für den Verkehr zunächst gesperrt. Bereits Ende September vergangenen Jahres sollte auf die Finanzverwaltung in Nizza ein Anschlag verübt werden. Der vor dem Eingang versteckte Sprengsatz wurde jedoch rechtzeitig gefunden und entschärft. Zu dem versuchten Anschlag bekannte sich damals die für die Unabhängigkeit Korsikas kämpfende Untergrundorganisation Korsische Befreiungsfront (FLNC). (apa)

20.7.2003 12:31