Samstag, 19. Juli 2003

Rechtsextremisten marschieren durch Hamburg

Weitgehend ohne Zwischenfälle haben am Samstag insgesamt rund 250 Rechtsextremisten in Hamburg und Leipzig demonstriert. Bei einem Aufmarsch von rund 130 NPD-Anhängern in Hamburg wurden sieben Demonstranten vorläufig festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Zwei der Tatverdächtigten hätten zum Aufzug der NPD gehört, die übrigen stammten aus dem Lager linker Gegendemonstranten.

In Hamburg trennten fast 1.200 Polizisten die NPD-Anhänger von bis zu 450 Gegendemonstranten. Anlass der Demonstration waren die schweren Bombenangriffe auf Hamburg vor 60 Jahren Ende Juli 1943. Die Polizei hatte die Demonstration verboten, war aber Ende der Woche vor Gericht unterlegen. Die NPD-Anhänger zogen durch den Teil der Stadt, der von den Bombenangriffen am schwersten getroffen worden war. Bei mehreren Zwischenkundgebungen warfen linke Demonstranten Eier, Flaschen und andere Gegenstände in Richtung NPD und Polizei.

In Leipzig demonstrierten die Neonazis unter dem Motto "Gegen Repression und linke Gewalt, für Demonstrationsfreiheit. Wir sind das Volk" durch Leipzig. Rund 120 Neonazis waren einem Aufruf des Hamburgers Christian Worch gefolgt. Die Stadtverwaltung hatte vergeblich versucht, den Rechtsextremisten die Verwendung der mit der friedlichen Revolution in der ehemaligen DDR verbundenen Parole "Wir sind das Volk" für ihren Aufmarsch untersagen zu lassen.

Um gegen die Anwesenheit der Rechtsextremisten zu protestieren, die schon seit längerem regelmäßig in Leipzig aufmarschieren, hatten verschiedene Bündnisse zu Aktionen aufgerufen. Die Stadt Leipzig, der Verein "Courage zeigen" und Studenten der Universität erinnerten am Vortag des 59. Jahrestages des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler an den zivilen Widerstand. (APA/red)

19.7.2003 18:53