Samstag, 19. Juli 2003

Stoiber mit fast 97 Prozent als CSU-Chef bestätigt

  • Bayerische Watschn für Vize Seehofer mit "nur" 85,1 Prozent

Edmund Stoiber bleibt weiter unangefochtener Patriarch in der bayerischen CSU: Mit 96,97 Prozent wurde der Parteichef zwei Monate vor der Landtagswahl in seinem Amt bestätigt. Damit übertraf Stoiber seine bisherige Rekordmarke von 96,6 Prozent aus dem Jahr 2001.

Von 944 Delegierten stimmten 895 für Stoiber, 28 votierten gegen ihn, 21 Stimmen waren ungültig. Damit ist Stoiber mit 96,97 Prozent im Amt des Vorsitzenden bestätigt. Das ist eines der besten Wahlergebnisse eines Vorsitzenden in der Geschichte der CSU.

Einen Denkzettel bekam dagegen Horst Seehofer bei der Wahl der stellvertretenden Parteivorsitzenden. Mit relativ schwachen 85,1 Prozent der gültigen Stimmen blieb er weit hinter seinen früheren Ergebnissen zurück. Seehofer hatte in den vergangenen Monaten mit Kritik an Stoiber und an der Gesundheitspolitik der Union mehrfach für Schlagzeilen und Unmut in seiner Partei gesorgt.

Ein starkes Votum errang auf Anhieb die Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin Beate Merk, die mit 89,5 Prozent erstmals in das Stellvertreter-Quartett einzog. Die bayerische Kultusministerin Monika Hohlmeier hatte ihren Platz satzungsgemäß räumen müssen, weil sie den Münchner CSU-Bezirksvorsitz übernommen hat. Die ehemalige bayerische Sozialministerin Barbara Stamm wurde mit 87,1 Prozent gewählt. Etwas schlechter als Seehofer schnitt nur der Europapolitiker Ingo Friedrich mit 84,7 Prozent ab. (APA/red)

19.7.2003 15:16