Angeblich zweite Atomanlage in Nordkorea entdeckt
·Nordkorea
Schusswechsel an Grenze zum Süden
·Bill Clinton
Nordkorea ist ge- fährlicher als Irak
Im Konflikt um Nordkoreas Atomprogramm zeichnet sich eine weitere Verschärfung ab. Nach amerikanischen Medienberichten hat das kommunistische Regime eine zweite geheime Atomanlage zur Produktion von Plutonium gebaut. Sie sei möglicherweise in einem Berg versteckt, berichtete die "New York Times" am Sonntag.
Den Angaben zufolge wurde die Fabrik durch ein Gas entdeckt, das bei der Aufarbeitung von Plutonium entsteht. Dies sei "sehr beunruhigend", zitierte die Zeitung ranghohe US-Regierungskreise. Nordkorea hat den USA unterdessen mit der Aufkündigung des Waffenstillstands von 1953 gedroht. Der britische Premierminister Tony Blair sagte in Südkorea, Nordkorea sei eine "echte Bedrohung und Gefahr".
Die von Satelliten gemessene Verteilung des Gases über der koreanischen Halbinsel habe gezeigt, dass es neben Yongbyon noch eine zweite Anlage geben müsse. Von amerikanischer Regierungsseite wurde der Bericht zunächst nicht bestätigt. Beobachter verwiesen aber darauf, dass die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA weiter wachsen würden, sollten sich die Angaben bestätigen. Dem Zeitungsbericht zufolge teilte Nordkorea den USA vor elf Tagen mit, die Wiederaufbereitung aller 8.000 verfügbaren abgebrannten Brennstäbe abgeschlossen zu haben. Damit könnten etwa sechs Atombomben gebaut werden.
Nach Informationen der Zeitung hatten die USA seit langem befürchtet, dass Nordkorea versuchen würde, eine zweite Anlage zu bauen, um im Fall eines amerikanischen Militärschlags eine weitere Produktionsstätte zu haben. Vor fünf Jahren sei sogar eine unterirdische Anlage auf Druck Washingtons überprüft worden. Dabei sei allerdings nichts gefunden worden. Dies sei nun der erste konkrete Hinweis auf eine zweite Anlage. (APA/red)
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