Hitzeschock! Schweizer Wahrzeichen Matterhorn bröckelt ab
- "Hörnli" wurde für Bergsteiger vorerst gesperrt
- Wetter-Chaos in Europa: Hitze in Italien, Unwetter in Frankreich
·Dürre in Italien
Alpenseen werden in Flüsse abgeleitet
·Todes-Orkan
Frankreich: Vier Tote, Verwüstungen
·Hitze in Italien
Jetzt Aufruf: Spart Wasser und Strom!
·Extreme Dürre
Italien: Zahlreiche Waldbrände
·Heißes Spanien
Waldbrände um Barcelona
·Niedrige Pegel
Donauschifffahrt vor Problemen
·Österreich
Getreide, Kürbis & Raps verdorren!
·Prognose für die nächsten Tage
Schauen Sie rein:
So wird das Wetter!
Europa wird wieder einmal von einem Wetter-Chaos heimgesucht: War es im Vorjahr die Jahrhundertflut, so werden nun aus Italien eine Dürre und aus Frankreich tödliche Unwetter gemeldet (siehe Kasten rechts). Und auch in der Schweiz hat die Hitze fatale Folgen: Das Matterhorn, Wahrzeichen des Landes, bröckelt ab!
Nach der Swissair bekommt in diesen Tagen ein weiteres Schweizer Wahrzeichen Risse: Das Matterhorn, der mit 4.478 Metern bekannteste Berg der Schweiz, bröckelt. Seit am Dienstag tonnenweise Gesteinsmassen aus 3.400 Meter Höhe zu Tal donnerten, ist das "Hörnli" für Bergsteiger gesperrt. Die wochenlange Hitze hat zunächst den Schnee weggeschmolzen und dann den Dauerfrost angegriffen. Wo normalerweise Minustemperaturen herrschen, knallt die Sonne jetzt ungehindert auf die Felsen. Als Folge wird der Berg brüchig. "Alarm: das Matterhorn bricht ab" titelte die Boulevardzeitung "Blick" am Mittwoch. Geologen sehen das zwar nicht ganz so schlimm, sind aber doch besorgt.
Aufstieg wäre "kompletter Selbstmord"
Rund 150 Bergsteiger wollen in der Hauptsaison pro Tag auf das Horn. Schon immer bröckelte es zwischen ihren Füßen, Fehltritte kosten pro Jahr etwa zehn Menschen das Leben. Jetzt ist es offiziell gesperrt, was es noch nie gab, und was sich nach Angaben des Bergführerpräsidenten von Zermatt, Miggi Biner, nicht kontrollieren lässt. "Wir haben den Berg jetzt für gesperrt erklärt. Wenn einer trotzdem raufgeht, wäre das kompletter Selbstmord", sagt Biner.
Geologen prüfen weiteres Vorgehen
Etwa 90 Bergsteiger wurden am Dienstag fünf Stunden lang mit Hubschraubern vom Berg geholt. Kurz zuvor hatten sich hunderte von Kubikmetern Gesteinsmassen in 3.400 Meter Höhe gelöst. Das Geröll löste sich im Bereich der Hauptroute am Hörnligrat. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Aber dieses Glück muss es nicht ein zweites Mal geben, warnen Bergführer. Keiner von ihnen ist derzeit bereit, auf den Berg zu gehen, sagt Biner. Geologen prüfen, ob etwa durch Sprengungen weitere Abstürze kontrolliert ausgelöst werden können. "Es sind noch mehrere lose Felsblöcke zu sehen", weiß Biner.
Tauwetter setzt dem Berg arg zu
Jetzt werden durch das Tauwetter Felswände gelockert, die normalerweise durch das Eis zusammen gehalten werden. Tauwasser unterspült die Felsen, wirkt wie Seife, über die das Gestein weggespült wird. Permafrost oder Dauerfrostboden ist ein Untergrund, der für mindestens zwei Jahre eine Temperatur von null Grad nicht überschreitet. Jetzt liegt die Null-Grad-Grenze an vielen Tagen bei über 4.400 Meter.
"Sphinx der Alpen" ist in Gefahr
Eine Schweizer Schokoladenmarke hat es sich sogar patentieren lassen: Das charakteristische Erscheinungsbild des Matterhorns, als ein in den blauen Himmel ragendes Dreieck. Fast drei Millionen Besucher kommen jedes Jahr nach Zermatt, um einen Blick auf den Berg zu werfen. Wobei er unter Kennern nur von der Schweiz aus schön und majestätisch aussieht. Nichts versperrt hier die Aussicht auf das Horn. Von Italien aus gleicht es aber eher einem Stein- oder Schutthaufen. Droht im dieses Schicksal auch in der Schweiz? Wenn der Permafrost sich auflöst, ist die "Sphinx der Alpen" wirklich in Gefahr, fürchten Wissenschafter. (APA/red)
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