Mittwoch, 16. Juli 2003

Tödliche Sturzflut in Indien

  • Möglicherweise mehr als 150 Todesopfer

Verheerende Fluten nach einem Wolkenbruch haben im nordindischen Bundesstaat Himachal Pradesh am Mittwoch möglicherweise mehr als 150 Menschen getötet. Unter den Opfern seien viele Bauarbeiter sowie deren Ehefrauen und Kinder, berichtete die Nachrichtenagentur UNI unter Berufung auf die Polizei. Sie seien gestorben, als die Wassermassen ein Camp an der Baustelle eines Kraftwerks mit sich rissen.

Bis Mittwochabend (Ortszeit) seien 16 Leichen geborgen worden, darunter die von drei Frauen und drei Kindern. Schwere Monsunregenfälle haben die Zahl der Unwettertoten und Obdachlosen in Indien dramatisch in die Höhe schnellen lassen. Bereits rund sechs Millionen Menschen sind auf der Flucht vor den reißenden Fluten. Die Zahl der Toten seit Beginn der schweren Unwetter Mitte Juni dürfte nach inoffiziellen Schätzungen inzwischen bei mehr als 300 liegen. Alleine in dem am schwersten betroffenen Bundesstaat Assam verloren 4,8 Millionen Menschen ihr Zuhause - das ist fast jeder fünfte Einwohner.

Assams Regierungschef Tarun Gogoi sagte am Mittwoch in Neu Delhi, 21 der 24 Distrikte des Bundesstaates stünden unter Wasser. Er habe die indische Regierung gebeten, die jährlich wiederkehrenden Fluten in Assam zu einem "nationalen Problem" zu erklären. Sein Bundesstaat könne die Kosten der Zerstörungen nicht mehr alleine tragen.

Auch in Bangladesch verschlimmerte sich die Lage nach neuen schweren Regenfällen. Dort habe sich die Zahl der Unwettertoten auf 154 erhöht, berichtete die BBC am Mittwoch. Mehr als 2,5 Millionen Menschen seien durch die Wassermassen von der Außenwelt abgeschnitten. Ein Ende der schweren Regenfälle war vorerst nicht in Sicht. Der Monsun dauert normalerweise bis Ende August. (APA)

16.7.2003 16:22