Mittwoch, 16. Juli 2003

Israel lässt hunderte Palästinenser frei

Israel wird nach palästinensischen Angaben mehrere hundert inhaftierte Palästinenser freilassen. Dies habe der israelische Ministerpräsident Sharon seinem palästinensischen Kollegen Abbas bei einem Gespräch über die weitere Umsetzung des Nahost-Friedensplans am Sonntag in Jerusalem zugesichert.

Die Angaben stammen vom palästinensischen Informationsminister und wurden von israelischen Regierungskreisen bestätigt. Die Listen der Freizulassenden sollen erst erstellt werden, nachdem Abbas und Sharon Ende des Monats getrennte Gespräche mit US-Präsident Bush geführt haben. Außerdem sollen beide Seiten die Bildung eines gemischten Ausschusses beschlossen haben, um die mögliche Freilassung gefangener Extremisten "Fall für Fall" zu untersuchen. Die Freilassung aller etwa 6000 Gefangenen ist eine der Hauptforderungen der Palästinenser im Nahost-Friedensprozess.

Das Gespräch Abbas-Sharon habe "in gespannter Atmosphäre" stattgefunden. Bei dem Treffen hätten sich die beiden Ministerpräsidenten zum Teil lautstark unterhalten, sagte ein Vertreter der palästinensischen Seite. Dabei sei es außer um das Schicksal der palästinensischen Gefangenen in israelischen Gefängnissen auch um die andauernde israelische Blockade des palästinensischen Präsidenten Arafat gegangen.

Radikale Palästinenser-Gruppen wie die Hamas haben mit einem Ende ihres dreimonatigen Gewaltverzichts gedroht, sollten die Inhaftierten nicht alle entlassen werden. Israel fordert dagegen von den Palästinensern eine Zerschlagung der radikalen Gruppen. Abbas befürchtet jedoch einen Bürgerkrieg, sollte er zu hart gegen die Organisationen vorgehen. (APA)

16.7.2003 15:50