Dienstag, 15. Juli 2003

Gewaltige Erdrutsche fordern in China über 80 Tote

  • Monsun-Regenfälle nehmen kein Ende

Gewaltige Erdrutsche in den chinesischen Hochwasserregionen am Jangtse-Fluss haben seit dem Wochenende vermutlich mehr als 80 Menschen in den Tod gerissen. Für 49 in einem Bergdorf Verschüttete bestehe kaum noch Hoffnung, sagte ein Beamter des Katastrophenschutzes in der südwestlichen Provinz Sichuan am Dienstag.

Die Mitglieder einer tibetischen Folkloregruppe und Urlauber in Shukazi waren am Freitag von Schlammmassen verschüttet worden, die sich von einem 4.000 Meter hohen Berg gelöst hatten. Zwei Menschen wurden bereits tot geborgen. 30 weitere Verschüttete wurden entlang des Jangtse für tot oder vermisst erklärt.

Nach dem Erdrutsch in Shukazi wurden 71 Menschen gerettet. Sollte sich die Zahl von 51 Toten bestätigen, wäre der Erdrutsch einer der folgenschwersten in der chinesischen Geschichte. Die Erdmassen verschütteten auch den Dadu, einen Nebenfluss des Jangtse, der über zwei Kilometer lang aufgestaut wurde.

Auch in der zentralen Provinz Hubei wurden noch zwölf Menschen vermisst, die am Sonntag von einem Erdrutsch in dem Dorf Qianjianping verschüttet worden waren. Zwölf weitere Menschen wurden dort für tot erklärt. Flussaufwärts starben in der Stadt Fengjie sechs weitere Menschen unter Geröllmassen. Entlang des Jangtse wurden zudem mehr als eine Million Menschen obdachlos.

Auch Indien von Regen schwer betroffen
Auch Indien kämpft weiter mit den Fluten. Durch das Hochwasser des Brahmaputra und schwere Monsunstürme wurden mehr als drei Millionen Menschen obdachlos. 73 Menschen starben, vor allem im nordöstlichen Bundesstaat Assam. Tausende Häuser und Hütten wurden weggeschwemmt, darunter auch viele Schulen. Ein Großteil der Ernten wurde vernichtet. (apa)

15.7.2003 11:44