Streit zwischen Abbas und Arafat beigelegt
- Messerattacke in Tel Aviv: Ein Toter und vier Verletzte
- Israelis und Palästinenser beraten Sicherheit
·Waffenruhe
Hamas & Dschihad drohen mit Ende
Bei einem Messerattentat durch eine Mitglied der Al-Aksa-Brigaden auf der Strandpromenade von Tel Aviv ist in der Nacht auf Dienstag eine Person getötet worden. Der palästinensische Führungsstreit ist inzwischen nach einer Woche zu Gunsten von Präsident Arafat beigelegt worden. Premier Abbas erklärte seine Differenzen mit Arafat für ausgeräumt und zog sein Rücktrittsgesuch zurück. Künftige Konflikte sollen im Sinne der Übergangsverfassung beigelegt werden, die vorschreibt, dass der Präsident die Richtlinienkompetenz in der Außen- und Sicherheitspolitik besitzt.
Abbas war im Zentralkomitee seiner Fatah-Bewegung, der stärksten PLO-Fraktion, wegen seiner als zu nachgiebig kritisierten Verhandlungsführung gegenüber Israel in scharfer Form attackiert worden und hatte daraufhin sein Amt zur Verfügung gestellt. Abbas ist Arafats Stellvertreter an der Spitze der Fatah, die sie gemeinsam gegründet hatten.
Arafat konnte offenkundig von der neuen diplomatischen Offensive der Israelis profitieren, deren Ziel es ist, seine definitive Kaltstellung zu erreichen. Sharon lehnt Verhandlungen mit ihm kategorisch ab und macht ihn persönlich für den Terror verantwortlich. "Arafat sollte von allen einflussreichen Positionen entfernt werden", forderte der israelische Premier. Der britische Außenminister Straw machte Sharon jedoch deutlich, dass Großbritannien an den von der EU gewünschten Kontakten zu Arafat festhalten werde.
Sharons Hoffnung zerschlug sich, der britische Premier Blair könnte sich dem pro-israelischen Kurs des italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi anschließen. Frankreich und Deutschland hatten kritisiert, dass Berlusconi bei seiner Nahost- Reise kurz vor Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft am 1. Juli der israelischen Forderung nachgekommen war, nicht mit Arafat zusammenzutreffen.
Messerattacke in Tel Aviv: Ein Toter
Der Attentäter habe zunächst den Wachmann des Clubs mit seinem Messer leichter verletzt, als dieser ihm den Zutritt zu dem Club verweigert habe, berichtete eine Polizeisprecherin. Nachdem der Restaurantbesitzer nach dem Palästinenser mit einen Stuhl geworfen habe, sei der Angreifer geflüchtet. Er sei von dem Wachmann und dem Besitzer verfolgt worden. Auf der Strandpromenade habe der Palästinenser auf einen anderen Mann eingestochen, bevor der Wachmann den Attentäter niedergeschossen habe. Der Passant sei später an seinen Verletzungen gestorben.
Angreifer Mitglied der Al-Aksa-Briganden
Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP handelte es sich bei einer der angegriffenen Personen um eine Frau, deren Zustand als "kritisch" beschrieben wurde. Zwei Wachleute seien hingegen nur leicht verletzt, hieß es in der Meldung. Nach Angaben der israelischen Polizei gehört der mutmaßliche Täter den Al-Aksa- Briganden an, dem militärischen Arm der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Yasser Arafat. (APA)
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