Montag, 14. Juli 2003

Blair verteidigt umstrittene Angaben zu Saddams Atomwaffenplänen

  • "Wir stehen voll und ganz zu den Informationen, die wir der Öffentlichkeit gegeben haben"

In den USA bereut man übertriebene Angaben über die Fähigkeiten des Irak (z.B. - "in 45 Minuten Giftgasangriff auf Europa möglich") - CIA-Direktor George Tenet hatte am Wochenende die Verantwortung übernommen. Die Briten setzen eher auf die Taktik "Augen zu und durch": Tony Blair "steht voll und ganz zu den Informationen", die vor dem Krieg veröffentlicht wurden.

Im Gegensatz zu US-Präsident George W. Bush hat der britische Premierminister Tony Blair umstrittene Angaben über angebliche irakische Atomwaffenpläne verteidigt.

Auf die Frage, ob er weiter dazu stehe, dass Saddam Hussein versucht habe, in Afrika Uran für sein Atomprogramm zu kaufen, sagte Blair am Montag: "Wir stehen voll und ganz zu den Informationen, die wir der Öffentlichkeit gegeben haben." Zuvor hatte bereits Außenminister Jack Straw gesagt, Großbritannien habe nichts zurückzunehmen.

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Der britische Geheimdienst verfüge über zusätzliche Informationen, die er dem US-Geheimdienst CIA nicht mitgeteilt habe.

Bush hatte Anfang des Jahres in seinem Bericht zur Lage der Nation erklärt, die britische Regierung besitze Informationen, nach denen der Irak versucht habe, in Afrika Uran zu kaufen. Diese Informationen wiederum fußten im Wesentlichen auf gefälschtem Beweismaterial, wie später bekannt wurde. Der CIA-Chef hat für Bushs umstrittene Äußerung die Verantwortung übernommen.

14.7.2003 16:38