Montag, 14. Juli 2003

Unser Arnie als Mr. President: 'Lex Schwarzenegger' macht´s möglich!

  • Senator will Verfassung ändern lassen, die die Kandidatur von Ausländern unmöglich machte

Unser Arnold als "President of the United States of America"? Eine Gesetzesänderung könnte dem Österreicher den Weg ins Weiße Haus ebnen! Bisher dürfen nur gebürtige Amerikaner das höchste Amt anstreben. Ein Senator will jetzt die Verfassung ändern. Böse Zungen sprechen bereits von einer "Lex Schwarzenegger". Ob Schwarzenegger überhaupt den Sprung in die Politik wagt, soll sich bis Mitte August entscheiden. Da wird Österreichs Hollywood-Export Nr. 1 entscheiden, ob er sich als Gouverneur von Kalifornien bewirbt.

Schwarzenegger kann im Land der unbegrenzten Möglichkeiten Filmstar werden, in die Kennedy-Familie einheiraten und auch Gouverneur von Kalifornien werden.

Präsident kann er nicht werden. Weil laut Verfassung US-Präsidenten geborene US-Amerikaner sein müssen. Die rechtliche Lage könnte sich jetzt aber ändern - wenn es nach dem republikanischen Senator Orrin Hatch geht! Der Senator vom US-Bundesstaat Utah hat einen Verfassungszusatz eingebracht der auch im Ausland geborenen Amerikanern eine Präsidentschaftskandidatur ermöglichen soll, berichtet die "Los Angeles Times".

Demnach sollen eingebürgerte US-Staatsbürger, die mindestens 20 Jahre lang die Staatsbürgerschaft besitzen, für das höchste Amt kandidieren können. Schwarzenegger wurde 1947 in der steirischen Gemeinde Thal bei Graz geboren. 1983 wurde er US-Staatsbürger.

"Lex Schwarzenegger"
Das "Equal Opportunity to Govern-Amendment" werde keine "lex Schwarzenegger", betonte eine Sprecherin des Senators. Auch so prominente Politiker wie die ehemaligen Außenminister Henry Kissinger und Madeleine Albright seien nicht in den USA geboren und daher bisher nicht als für das Präsidentenamt als geeignet betrachtet worden.

Der Verfassungszusatz sollte einen "unamerikanischen Anachronismus" beseitigen. Von einer Reform könnte nicht nur der Republikaner Schwarzenegger, sondern auch die demokratische Gouverneurin von Michigan, Jennifer Granholm, profitieren: Die in Kanada geborene Politikerin gilt als Geheimtipp der Demokraten.

Die Überlegungen eines "US-Präsidenten Schwarzenegger" sind eher theoretischer Natur. Nicht nur weil eine Verfassungsänderung ein langwieriger Prozess ist. Neben einer Zwei-Drittel-Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses müssen der Präsident und 38 der 50 Bundesstaaten zustimmen, alles innerhalb von sieben Jahren.

Kandidiert Arnie als Gouverneur?
Die Polit-Ambitionen des Austro-Amerikaners sind in der Realität ungetestet: Schwarzeneggers Name schien bisher noch auf keinem Wahlzettel auf, sondern nur auf Kino-Plakaten, ätzt die "Los Angeles Times".

Der gebürtige Österreicher mit US-Staatsbürgerschaft sagte: Ob er für den Posten des Gouverneurs von Kalifornien antreten werde, hänge davon ab, wie sich die politische Lage in dem US-Bundesstaat entwickeln werde.

Noch im Juli soll dort entschieden werden, ob einem Antrag auf eine vorzeitige Neuwahl des Gouverneurs statt gegeben wird. Der Amtsinhaber Gray Davis steht unter anderem wegen eines Haushaltslochs von 38 Milliarden Dollar unter Druck. Schwarzenegger hatte selbst mehrfach Spekulationen über seine politischen Pläne genährt. Bei diversen Gelegenheiten wies der einstige Mister Universum auf die desolate Finanzlage und politische Krise Kaliforniens hin. Und in einem "stern"-Interview betonte Arnie: "Ich kann führen". (apa, red)

14.7.2003 15:01