Montag, 14. Juli 2003

Tropischer Sturm auf dem Weg nach Texas: Ölförderanlagen stillgelegt

  • Ölpreis durch Hurrikan-Bedrohung angestiegen
  • Texas seit Stunden in Alarmzustand!

"Claudette" ist auf dem Weg nach Texas! Das tropische Sturmtief kommt geradewegs durch die Karibik daher und hat bereits enorm an Stärke dazu gewonnen. Experten rechnen damit, dass das Unwetter am Dienstagmorgen (Ortszeit) die US-Küsten erreichen wird. Der Hurrikan beeinflusst sogar den globalen Ölpreis: Im Golf von Mexiko wurden Öl- und Gasfördereinrichtungen der größten Ölkonzerne stillgelegt.

Möglicherweise müssten bereits am Montag für bestimmte Küstenabschnitte Hurrikan-Warnungen ausgesprochen werden, teilte das US-Hurrikan-Zentrum in Miami im US-Bundesstaat Florida mit. Am Sonntagnachmittag befand sich das Zentrum des Unwetters rund 500 Kilometer südöstlich der texanischen Stadt Brownsville. Es wurde davon ausgegangen, dass der Sturm im Grenzgebiet zwischen Mexiko und dem US-Bundesstaat Texas erneut auf die Küste treffen würde. Am Freitag war "Claudette" über die Spitze der mexikanischen Halbinsel Yucatan hinweggefegt, hatte dort aber nur geringen Schaden angerichtet.

Ein Tropensturm wird ab einer Windgeschwindigkeit von mehr als 118 Kilometern pro Stunde als Hurrikan klassifiziert. Bei "Claudette" wurden am Sonntag Geschwindigkeiten bis zu 95 Kilometern pro Stunde gemessen. Das Hurrikan-Zentrum rechnete jedoch damit, dass der Sturm über dem Meer weiter an Stärke gewinnen würde.


Die fünf großen Ölkonzerne Shell, ChevronTexaco, Marathon Oil, Unocal und Anadarko Petroleum legten eine Reihe ihrer Öl- und Gasförderanlagen im Golf von Mexiko still. Für ein Barrel (knapp 159 Liter) der marktführenden Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im August wurden am Freitagabend mit 29,20 Dollar (25,8 Euro) 32 US-Cent (0,283 Euro) mehr als am Vortag bezahlt. Händlern zufolge befürchten die Marktteilnehmer, dass der Sturm die Raffinerien an der Golfküste von Texas beschädigt und es damit angesichts der ohnehin knappen US-Energievorräte während der verbrauchsintensiven Sommersaison zu Versorgungsengpässen in den USA kommen könnte. (apa/ red)

14.7.2003 09:55