Donnerstag, 17. Juli 2003

Gewitter-Front über Österreich: Ein Mopedlenker starb

  • Unwetter verursachen Stomausfälle in KLärnten
  • Wetter spielt verrückt: Hitze, Dürre und Unwetter

Heftige Gewitter zogen in der Nacht auf heute über Österreich hinweg. Dabei dürfte es zumindest zu einem indirekten Todesopfer gekommen sein. Ein Mopedfahrer war in Oberösterreich gegen einen geknickten Baum gefahren. Indes kam es nach heftigen Gewittern in Kärnten zu zahlreichen Stromausfällen. Der ergiebige Regen, auf den die Landwirtschaft seit Wochen wartet, bleibt trotz der heftigen, aber vergleichsweise kurzen Schauer weiterhin aus.

Das nächtliche Unwetter, dass in der Nacht auf Freitag über Oberösterreich zog, forderte in den frühen Morgenstunden indirekt auch ein Todesopfer. Ein - nach ersten Angaben der örtlichen Gendarmerie - zirka 40-jähriger Mann war auf einem Güterweg am Stadtrand von Enns mit einem Moped gegen einen umgestürzten Baum gekracht. Für den Zweiradlenker kam jede Hilfe zu spät - er starb noch an der Unfallstelle.

Die starken Windböen in den Nachtstunden dürften den Baum geknickt haben. Der Stamm legte sich quer über die Nebenstraße. Der Mann - der laut Angaben der Gendarmerie nicht zu schnell unterwegs war - dürfte das Hindernis zu spät bemerkt und krachte frontal gegen den Baum.

Viel Arbeit für die Feuerwehr
Auch im übrigen Bundesland bescherte die Gewitterfront den Einsatzkräften viel Arbeit: Vor allem im Salzkammergut gingen heftige Regenschauer nieder, die vom stark ausgetrockneten Boden gar nicht aufgenommen werden konnten. In Bad Ischl war die Kanalisation mit den Niederschlagsmassen völlig überfordert. Die Feuerwehren mussten zahlreiche Keller auspumpen.

Im Bezirk Gmunden entwurzelten die starken Windböen zahlreiche Bäume. In St. Wolfgang fiel deswegen für längere Zeit der Strom aus. Auch im Bezirk Steyr-Land standen die Feuerwehren im nächtlichen Dauereinsatz.

In anderen Landesteilen fielen dagegen die Niederschläge sehr gering aus und beendeten die Dürre in den landwirtschaftlichen Anbauflächen nicht. Dort blieben sie der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein.

Niederösterreich: Blitzschläge verursachten Brände
Blitzschlag war gestern, Donnerstag, am frühen Abend die Ursache für einen Brand auf einem Bauernhof in Kleinzwettl im Bezirk Waidhofen a.d. Thaya. Bei den mehrstündigen Löscharbeiten standen elf Feuerwehren mit 162 Mann im Einsatz. Stallgebäude und Scheune waren während eines heftigen Gewitters in Flammen aufgegangen, berichtete die Sicherheitsdirektion. Das Feuer vernichtete die Objekte ebenso wie zwei Rundsilos und landwirtschaftliche Geräte. Von 27 zunächst geretteten Rindern mussten einige wegen Verletzungen notgeschlachtet werden.

Nach Blitzschlag standen am Donnerstagabend auch in Großrust (Bezirk St. Pölten) zehn Feuerwehren mit 123 Mann im Löscheinsatz. Der Dachstuhl eines Wohnhauses war in Brand geraten.

Gewitter verursacht Stromausfälle
Heftige Gewitter entluden sich am Donnerstagabend auch über weiten Teilen Kärntens. In den Bezirken Villach, Klagenfurt und Völkermarkt wurden zahlreiche Bäume umgerissen, es kam zu Stromausfällen und Behinderungen im Straßenverkehr. (apa/red)

17.7.2003 11:22