Mittwoch, 16. Juli 2003

Österreicher sehen EU-Erweiterung skeptisch

  • Gut 2/3 bezweifeln, dass die Erweiterung Vorteile bringt
  • Auch Plen und Ungarn zeigen sich nicht begeistert

Die Österreicher sind - was die bevorstehende EU- Erweiterung betrifft - mehrheitlich skeptisch. Gut zwei Drittel bezweifeln, dass die Erweiterung von 15 auf 25 Staaten für Österreich Vorteile bringen werde. Aber auch in den Beitrittsländern Polen und Ungarn findet sich keineswegs begeisterte Zustimmung. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes IMAS.

67 Prozent der Österreicher erwarten demnach von der Erweiterung der EU für das eigene Land "gar keine Vorteile" oder zumindest "nicht besonders große Vorteile". Nur 21 Prozent orten im Zuwachs der zehn neuen Staaten einen zumindest "ziemlich großen Vorteil". Zum Vergleich: Auch in Polen und Ungarn stießen die Meinungsforscher auf Skepsis. Dort besteht zwischen Optimismus und Pessimismus ein Verhältnis von ungefähr 1:1.

Europäer zu unterschiedlich
Zum Zweifel am wirtschaftlichen Vorteil eines "Groß-Europa" gesellt sich bei den Österreichern auch noch die von 52 Prozent geteilte Ansicht, die Europäer seien im Grunde zu unterschiedlich, um wirklich zusammenwachsen zu können. Nur jeder Dritte glaubt an ein zunehmendes gegenseitiges Verständnis. Auch 41 Prozent der Ungarn und 35 Prozent der Polen glauben nicht an die Verschmelzung zu einer Art europäischem Gesamtvolk.

Einstellung gegenüber USA
Erhebliche Unterschiede fanden die Meinungsforscher bei den Bewohnern der drei Staaten was deren Einstellung gegenüber den Amerikanern. In Österreich erachtet es nur rund jeder Vierte als wichtig, dass die EU bei weltpolitischen Problemen auf die USA Rücksicht nimmt. In Polen plädiert hingegen rund die Hälfte der Bevölkerung für Rücksichtnahme auf die USA. Die Ungarn nehmen in dieser Frage eine mittlere Position ein. (apa)

16.7.2003 11:38