Spar-Ziel 800 Millionen: Rauch-Kallat will billigere Medikamente
- Ministerin trat im "Report" für einen Maßnahmen-Mix ein
- SP kritisiert Ministerin: "Handeln - nicht nur reden" (Kasten)
·SP-Forderung
Sofortiges handeln bei Pharma-Kosten
Gesundheitsministerin Rauch-Kallat will den jährlichen Zuwächsen bei den Medikamentenkosten Einhalt gebieten und so bis 2006 gegenüber den prognostizierten benötigten Mittel rund 700 bis 800 Mio. Euro einsparen. Das sagte Rauch-Kallat Dienstag Abend im ORF-TV-Magazin "Report". Erreichen will sie das mit einem Maßnahmen-Mix und unter Einbeziehung aller Beteiligten.
Entsprechende Gespräche würden bereits seit vier Wochen laufen. Für Herbst kündigte Rauch-Kallat die Präsentation eines Gesamtkonzepts an. Denkbar sind für die Ministerin neben Generika weniger Medikamente auf Rezept. Ein Denkansatz wäre aber auch das in Deutschland praktizierte Modell, auf dem Rezept lediglich den Wirkstoff zu vermerken und der Apotheker suche dann die kostengünstigste Variante. "Es sollte keine Tabus geben."
Etwas abgewinnen kann Rauch-Kallat auch der Idee statt Pharmareferenten eine unabhängige Informationsinstitution für Ärzte einzuführen. Und ob sie sich ein Verbot für Kongresse für Ärzte von Pharmafirmen halte, die nichts mit Fortbildung zu tun hätten, vorstellen könne? "Ich denke schon."
Klar hatte sich im "Report" dazu der neue Ärztekammer-Präsident Reiner Brettenthaler geäußert: "Es gibt auch Reisen, die mit Fortbildung praktisch nichts zu tun haben. Das halte ich für nicht gerechtfertigt und bringt uns und die pharmazeutische Industrie und unsere Verbindung ins Gerede. Das ist Unsinn und das muss nicht sein." (apa)
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