Dienstag, 15. Juli 2003

Neuer Aufreger: Nicht-Mütter sollen länger arbeiten!

  • Streit um Anhebung des Pensionsalters! Opposition ist empört!
  • Die UMFRAGE: Sollen Frauen ohne Kinder länger jobben?

Sollen kinderlose Frauen künftig länger arbeiten? Der kolportierte Vorschlag von Ursula Haubner und Maria Rauch-Kallat sorgt für Aufregung. Allerdings macht - nachdem bereits Frauenministerin Rauch-Kallat abgewunken hat - jetzt auch FPÖ-Sozialstaatssekretärin Ursula Haubner einen Rückzieher: Sie stellt klar, dass sie auch für Kinderlose eine Anhebung des Frauenpensionsalters ablehne. Heftige Kritik an der Idee gab es zuvor von den ÖGB-Frauen: Das ist ein Auseinanderdividieren von "guten Müttern" und anderen Frauen!

Haubner dementierte damit einen Bericht der "Oberösterreichischen Nachrichten": Dort war sie mit den Worten zitiert worden: "Man muss in Zukunft diskutieren: Was ist mit Frauen, die keine Kinder haben?". Derzeit stehe eine Änderung "nicht zur Diskussion", stellte das Büro Haubners gegenüber der APA klar.

Rauch-Kallat lehnt ab
Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (V) lehnt jetzt ebenfalls eine vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters auch für Kinderlose ab. Das stellte das Büro der Ministerin am Dienstag gegenüber der APA klar.

Auch die Bundesobfrau der Jungen ÖVP, Silvia Fuhrmann, lehnte es ab, Kinderlose mit einem höheren Pensionsantrittsalter zu sanktionieren. Sie kann sich aber "ein gleiches Pensionsantrittsalter für Frauen und Männer mit 65 Jahren sehr gut vorstellen", so Fuhrmann weiter. "Wenn man gleiche Löhne und gleiche Aufstiegspositionen für Frauen fordert, müssen auch die restlichen Rahmenbedingungen - dazu zählt jedenfalls das Pensionsantrittsalter - angeglichen werden", so Fuhrmann in einer Aussendung.

ÖGB-Csörgits gegen Bestrafung kinderloser Frauen
Der Überlegung Staatssekretärin Ursula Haubner (F), für kinderlose Frauen das Pensionsantrittsalter vorzeitig anzuheben, erteilte ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits eine klare Absage. "Auch kinderlose Frauen haben in unserer Gesellschaft noch lange nicht dieselben Chancen wie Männer. Außerdem muss auch für kinderlose Frauen der Vertrauensschutz gelten", sagte Csörgits am Dienstag in einer Aussendung.

Ein Auseinanderdividieren der Frauen in "gute Mütter" und "andere Frauen" lehnen die ÖGB-Frauen entschieden ab. "Anstelle den Frauen in den Rücken zu fallen, sollten Rauch-Kallat und Haubner besser ein Maßnahmenpaket schnüren, um die Chancengleichheit aller Frauen voranzutreiben", forderte Csörgits.

15.7.2003 12:31