Montag, 14. Juli 2003

Kinderschänder untergetaucht: 50 Beamte jagen ihn mit Wärmebildkameras

  • Polizei-Panne? Zuerst falscher Mann als Sex-Phantom verdächtigt
  • Identität des Täters steht nun fest: 28-jähriger Moldawier

Bislang weitgehend erfolglos läuft die Jagd nach dem Kinder-Vergewaltiger von Sallfelden. Nachdem der Mann Samstag Früh kurz erblickt wurde, ist er nun im Süden der oberösterreichischen Stadt Steyr untergetaucht. Der Gewaltverbrecher soll Anfang Juli ein 9 Jahre altes Mädchen vergewaltigt haben. Samstag Nachmittag gab die Exekutive bekannt, dass durch eine DNA-Analyse die Identität des Mannes mittlerweile festgestellt werden konnte.

In Niederösterreich fahndeten rund 50 Beamte mit Wärmebildkameras nach dem Verdächtigen - jedoch ohne Erfolg: Der Mann wurde weder gesichtet noch wurden Anhaltspunkte gefunden, dass er sich im Grenzgebiet aufhält. Nach Auskunft seiner Schwester soll der 28-Jährige zu Fuß von Österreich nach Moldawien unterwegs sein.

Bei dem mutmaßlichen Kinderschänder von Saalfelden handelt es sich nach Angaben der Salzburger Kriminalabteilung nicht um einen 26-jährigen Armenier, sondern um einen 28-jährigen Moldawier. Auf Grund eines DNA-Vergleichs der Gerichtsmedizin Salzburg von heute Nachmittag habe die Identität des Mannes, der am 3. Juli ein neunjähriges Mädchen vergewaltigt haben soll, festgestellt werden können, erklärte am Samstagabend der Leiter der kriminalpolizeilichen Abteilung der Sicherheitsdirektion Salzburg, Martin Rechberger, bei einer Pressekonferenz. Dennoch handelt es sich bei dem Verdächtigten um jenen Mann, der jetzt als Täter in Frage kommt.

Täter erneut entwischt
Als man schon geglaubt habe, ihn fassen zu können, habe der Mann, der einen sehr sportlichen Eindruck gemacht habe, doch wieder entkommen können. Die Behörden haben in der Folge das Gebiet weiträumig umstellt und eingegrenzt, ab 8.00 Uhr ist die Intensiv-Fahndung in Gang. Seitens der Sicherheitsdirektion gab man sich optimistisch, den mutmaßlichen Täter in Bälde fassen zu können.

Mann versteckt sich vermutlich in den Bergen nahe Steyr
Nun nehmen die Fahnder an, der mutmaßliche Täter hat sich vorerst in ein Versteck in den Bergen zurückgezogen um sich auszuruhen und den Schutz der Dunkelheit abzuwarten. Drei mögliche Flucht-Routen fassen die Beamten ins Auge: Entweder der Armenier bewegt sich weiter nach Norden Richtung Steyr (OÖ) oder er versucht, im Raum Gaflenz nach Niederösterreich zu gelangen. Die dritte Variante wäre, dass sich der Mann wieder zurück in die Steiermark auf den Weg macht. Letztliches Ziel dürfte aber die tschechische Grenze sein, so die oberösterreichische Sicherheitsdirektion.
(apa/red)

14.7.2003 16:10