Montag, 14. Juli 2003

Rekord-Dürre in Österreich: Bauern hoffen auf Regen!

  • Mais, Kürbis, Winterraps, Wintergetreide vertrockenen auf den Feldern

Die heimischen Bauern sind - wie Landwirte in Italien - verzweifelt: Die Hitze der vergangenen Wochen trocknet die Böden aus, lässt die Ernte auf den Feldern verdorren. Bis 60% an Ernteeinbußen beklagen die Landwirte bereits, sollte es nicht bald ergiebig regnen, droht noch Schlimmeres...

Seit Frühjahrsbeginn liegen die Niederschlags-Werte weit unter dem langjährigen Durchschnitt.

Besonders schlimm ausgewirkt hat sich das auf den Winterraps. In Niederösterreich und dem Burgenland haben die Landwirte bis zu 60 Prozent Ernteeinbußen. Beim Wintergetreide gibt es in Ostösterreich Verluste von bis zu 40 Prozent. Hoffnung gibt es noch für späte Erntesorten wie Kartoffeln, Mais oder Zuckerrüben.

Vorarlbergs Alpenbauern leiden unter Trockenheit
Das lang anhaltende Schönwetter und die extreme Hitze zeigen jetzt in Vorarlberg ihre Schattenseiten. Vor allem in der Alpwirtschaft spitzt sich die Lage auf Grund der starken Trockenheit allmählich zu. Bei der Milchproduktion häufen sich die Probleme. Teilweise ist zu wenig Wasser für die Kühe und die Kühlung der Milch vorhanden und auch die Futterqualität leidet. "Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass 2003 für die Vorarlberger Alpmilchwirtschaft ein unterdurchschnittliches Jahr ist. Wie stark die Ertragsausfälle sein werden, hängt davon ab, ob es bald ausreichend regnet oder nicht", sagte heute, Montag, der Leiter der Abteilung Alpwirtschaft bei der Agrarbezirksbehörde Bregenz, Franz Peter, der APA.

Besonders bei der Wasserversorgung der Vorarlberger Alpen sei die Situation heuer extrem, so Peter. Einige Brunnen, die in den vergangenen Jahren nie problematisch waren, seien bereits versiegt, andere führten deutlich weniger Wasser. In einigen Einzelfällen müsse sogar Wasser zu den Alpen transportiert werden.

Trockenheit setzt auch in Steiermark Mais und Kürbis zu
Die Landwirtschaft in der Steiermark befürchtet größere Ausfälle auf Grund von Trockenschäden. Wie es in einer Aussendung der Landwirtschaftskammer vom Montag heißt, gebe es im Murtal südlich von Graz bereits schwere Schäden an Mais- und Kürbiskulturen. Im Grünland wurden im Süden Mindererträge bis zu 50 Prozent verzeichnet, was Laut Kammer-Chef Gerhard Wlodkowski eine Futter-Zukaufsaktion wie in den vergangenen Jahren notwendig mache. (apa/ red)

14.7.2003 12:46