Kosten für Führerscheinausbildung weiter gestiegen
- Arbeiterkammer beklagt krasse Preisunterschiede
- Neue Geisterfahrer-Bilanz: 212 mal Alarm im Halbjahr (Kasten)
Mit der Umstellung auf die Mehrphasenausbildung für Führerscheinneulinge sind die Kosten für den Erwerb des rosa Papiers laut Arbeiterkammer Wien im Schnitt um 20 Prozent gestiegen. "Die schlimmsten Befürchtungen wurden übertroffen", sagte AK-Expertin Maria Kubitschek am Dienstag.
Im Durchschnitt müssen für den Führerschein rund 1.435 Euro hingeblättert werden. Dazu kommen noch etwa 230 Euro für Unterlagen, Gebühren, etc., sagte Kubitschek. Das sei mehr als ein durchschnittliches Monats-Nettoeinkommen. "Ein Lehrling muss dafür etwa vier Monate arbeiten." Von der versprochenen Erhöhung um maximal 60 Euro sei jedenfalls nichts zu bemerken.
Die herausgearbeiteten Preisunterschiede in Österreich sind gewaltig. Das billigste Angebot mit 1.111 Euro für die 32 Theorie- und 18 Praxisstunden stammte aus Wien. Mit 1.854 Euro kam das teuerste Angebot aus Niederösterreich. Im Schnitt stiegen laut Schneider die Kosten im Vergleich zu einer Erhebung vom Winter 2002 um 20 Prozent.
33 Prozent Preissteigerung in Tirol
Die größte Steigerung mit 33 Prozent wurde laut AK im Bundesland Tirol ermittelt. Die Durchschnittspreise bewegen sich österreichweit zwischen 1.337 Euro in Wien und 1.506 Euro in Niederösterreich.
Problematisch bei der Preiserhebung war laut Schneider die Bewertung der Kosten für die vorgeschriebenen Fahrsicherheitstrainings- und Perfektionsfahrten. Nur 19 der 284 getesteten Fahrschulen verfügen über ein eigenes Gelände, alle anderen weichen zu den Autofahrerclubs aus. Die Perfektionsfahrten schlugen sich mit 29 bis 114 Euro zu Buche.
Weniger Theoriestunden gefordert
Die AK forderte von Verkehrsminister Hubert Gorbach eine Entrümpelung des Lehrplans. Durch weniger Theoriestunden könnten nach Ansicht von Kubitschek die Preise gesenkt werden. Sie verwies auf Finnland, wo nur 20 Theoriestunden vorgeschrieben sind. (APA)

