Italien-Politiker beschimpfte Deutsche, Kanzler Schröder cancelte Urlaub!
- Schimpfer Stefani entschuldigte sich - und trat zurück
- Österreich umwarb verärgerte Italien-Urlauber
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Saubere Seen, klare Bergluft - kommt doch nach Österreich! Die rot-weiß-rote Tourismusbranche witterte ihre Chance, warb um verärgerte Deutsche. Zur Erinnerung: Italiens Tourismus-Staatssekretär (!) schimpfte deutsche Urlauber "blonde Säufer" und "lärmender Pöbel"! Die Empörung ist so groß, dass Kanzler Schröder seinen Urlaub an der Adria absagte! "Schimpfer" Stefani entschuldigte sich zwar ein paar Tage später ""Ich liebe die Deutschen" - und trat schließlich sogar zurück.
Der Auslöser für die Eiszeit: Tourismus-Staatssekretär Stefani (Lega Nord) nannte die Deutschen wortwörtlich "einförmige, supernationalistische Blonde, die lärmend über unsere Strände herfallen" bezeichnet haben. Außerdem sei Deutschland "besoffen (...) von aufgeblasener Selbstgewissheit". Desweiteren wären die Deutschen ein "lärmender Pöbel" und würden "nach Bier- und Pommes-Gelagen Rülpswettbewerbe austragen"...
Schröder sagte Italien-Urlaub ab
Der deutsche Bundeskanzler wollte in Pesaro an der Adria urlauben, blieb aber in Hannover. Der Kanzler wollte seiner Familie nicht länger Spekulationen über die wenige gemeinsame Urlaubszeit zumuten. "Die damit verbundenen Beeinträchtigungen hätten die notwendige Erholung und ein ungestörtes Zusammensein in Frage gestellt."
Stefanis späte Entschuldigung & Rücktritt
"Ich liebe Deutschland. Wenn durch meine Worte bei vielen Deutschen Missverständnisse entstanden sind, möchte ich mich hiermit dafür vielmals entschuldigen". Stefani versicherte laut "Bild", dass die Deutschen in Italien stets willkommen seien. Sie seien vorbildliche Nachbarn und verlässliche Freunde. Der Staatssekretär ergänzte der Zeitung zufolge, er habe mit seinen umstrittenen Äußerungen lediglich jene kritisieren wollen, die "Italien und seine Regierung wieder und wieder in ein schlechtes Licht rücken", zitiert die Zeitung aus der Erklärung. Stefani sagte gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur ANSA, er klebe nicht an seinem Stuhl.
"Schimpfer" lud Schröder zum Urlaub am Gardasee ein
Kurz nach der Verbal-Entgleisung relativierte Stefani seine Aussage und erklärte, er habe sich auf "gewisse Deutsche" bezogen, nicht auf "alle Deutschen". "Ich habe nichts gegen die Deutschen. Ich hatte 20 Jahre eine deutsche Frau." Er bedaure, wenn "gewisse Passagen" dem Kanzler falsch oder in fehlerhafter Übersetzung nahe gebracht worden seien.
Und er hat den Bundeskanzler in sein privates Domizil an den Gardasee eingeladen. "Damit Schröder sehen kann, aus welchem Holz ich geschnitzt bin, und dass ich mich mit den Deutschen wohl fühle, die anders als (der SPD-Europaabgeordnete Martin) Schulz sind. Und ich bin sicher, dass er ganz anders als Schulz ist."
Berlusconi knapp: "Das tut mir leid für ihn"
Der italienische Ministerpräsident hat auf den stornierten Italien-Urlaub des deutschen Bundeskanzlers nur mit einem knappen Satz reagiert. "Es tut mir Leid für ihn", sagte Berlusconi.
Italienischer Außenminister entschuldigte sich
Ganz Italien war um Kalmierung des Streits bemüht. Außenminister Franco Frattini hatte die verbalen Angriffe von Stefani auf deutsche Italien-Urlauber kritisiert. "Die deutschen Touristen sind in unserem Land immer willkommen!" betonte Frattini. (red/apa)
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