Mittwoch, 9. Juli 2003

Der große Citroën-Cuop: So lief der 6.000-Auto-Deal

  • NEWS traf den angeblichen „Autobetrüger“ Peter Schumann, 56, in der U-Haft zum Interview
  • DIE POSSE. Tausende Autos auf Halde, Handshake mit Innenminister – Chronik eines unglaublichen Skandals

Das Protokoll: So funktionierte der Citroën-Deal: 5.899 Autos auf Luft ...

Alles ist ungewöhnlich an Österreichs zurzeit am heftigsten diskutierter Affäre. Auch die Zelle jenes Mannes, der für den wohl größten – unfreiwilligen – Citroën-Parkplatz des Landes verantwortlich zeichnen soll: Denn statt in einer Zelle des Landesgerichts für Strafsachen liegt Peter Schumann – laut Gutachten des Amtsarztes „haftuntauglich“ – gut bewacht in der Abteilung für Querschnittgelähmte im Rehabilitationszentrum „Weißer Hof“ nahe Wien – und hadert im NEWS-Exklusiv-Interview mit seinem Schicksal: „Ich frage mich, was soll das Ganze? Ich hab doch eigentlich gar nichts getan – außer vielleicht ein paar Leute zusammengebracht!“

Eine Sicht der Dinge, die Justiz und Polizei freilich nicht teilen. Es ist die wohl irrste Kriminalkomödie der jüngeren Geschichte und die Lachnummer des Jahres. Titel der Posse: „Bestellt und nicht abgeholt!“

Die Fakten: Laut Wiener Bundeskriminalamt sollen Peter Schumann und sein Kompagnon Peter K. den Kauf von exakt 5.899 Autos der Marke Citroën eingefädelt haben. 3.977 davon sollten an das Innenministerium geliefert werden, 1.700 Stück an die Caritas und einige weitere an andere Institutionen und mehrere Parteien.

Einziger – nicht unwesentlicher – Haken: Keiner der angeblichen Auftraggeber wusste von der Bestellung. Dennoch wurden die – durchwegs weißen – Pkws von Citroën fleißig produziert und insgesamt 3.977 davon auch schon nach Österreich geliefert.

Parkplatz der weißen Autos. Hier stehen sie jetzt ordentlich in Reih und Glied – ein Teil im Freudenauer Zollfrei-Hafen, ein anderer im oberösterreichischen Schwertberg. Es sind Parkplätze der verlassenen Autos. Denn die Ware gilt in Mitteleuropa als unverkäuflich.

Ist es „schwerer Betrug“, wie die heimische Justiz behauptet? Ein „Missverständnis“, wie Peter Schumann glauben machen will? Oder schlichtweg das Ergebnis des Aufeinandertreffens „lauter Wahnsinniger“, wie es der Anwalt eines der mutmaßlichen Verdächtigen formuliert?
NEWS hat jetzt exklusiv mit dem Hauptdarsteller dieses „Bauerntheaters“ (ein Fahnder) gesprochen und aufgrund von polizeilichen Einvernahmeprotokollen, Zeugenaussagen und Gerichtsakten die „Causa Citroën“ nachgezeichnet.

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
Plus: EXKLUSIV: Einfädler Peter Schumann im Interview
Und: Das schillernde Leben des "Citroen-Manns"

9.7.2003 15:43