Hoffnung auf Aus für US-Stahlschutzzölle wächst
- WTO bestätigt Sorgen der Europäer
- USA legen Berufung gegen die Entscheidung ein
Der Druck auf US-Präsident Bush zur Aufhebung der nun als WTO-widrig bestätigten Schutzmaßnahmen für den Stahlsektor wächst. Die Welthandelsorganisation (WTO) hat am Freitag die im März 2002 verhängten US-Stahlschutzzölle als WTO-widrig verurteilt. Mit einem rechtskräftigen WTO-Entscheid könnte die Europäische Kommission mit der Anwendung von EU-Strafzöllen auf US- Waren reagieren.
Der wirtschaftliche Verlust aus den US-Schutzzöllen für Stahlprodukte könnte mit dieser Maßnahme ausgeglichen werden. Dieser wird von der EU mit 2,2 Mrd. Dollar beziffert. Für österreichische Unternehmen wäre eine sofortige Aufhebung der US-Schutzmaßnahmen am wichtigsten, meint ein Repräsentant der Wirtschaftskammer.
Berufung
Die USA haben jedoch bereits angekündigt, gegen den WTO-Entscheid Berufung einzulegen. Gegenmaßnahmen sind daher frühestens im November oder Dezember 2003 möglich. Etwaige EU-Strafzölle für US-Produkte würden aber auf Grund der Verflochtenheit der Wirtschaftsbeziehungen zwischen USA und EU zum Teil auch österreichische Unternehmen treffen, soferne diese nicht auf Importprodukte aus anderen Ländern ausweichen können, warnt Rössler.
Trotz einer Vielzahl von Ausnahmegenehmigungen wirkten die Schutzmaßnahmen marktverzerrend und haben die Exportmöglichkeiten österreichischer Unternehmen in die USA beschränkt. Nach der Einführung der Schutzzölle von bis zu 30 Prozent im März 2002 gingen im Gesamtjahr 2002 die österreichischen Lieferungen von Waren aus Eisen und Stahl in die USA gegenüber dem Vorjahr um 24,6 Prozent auf 110,2 Mill. Euro zurück.
(apa)
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