Samstag, 12. Juli 2003

Stronach sieht "Verschwörung" gegen Magna

  • Magna-Chef: "Wir werden immer als die Schlechten hingestellt"
  • FORMAT: Frank Stronach will Österreich klagen

Magna-Chef Frank Stronach wehrt sich erneut gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Verkauf der ÖIAG-Anteile der voestalpine. "Wir werden immer als die Schlechten hingestellt, dabei haben wir nur Gutes gemacht. Das ist eine conspiracy, eine Verschwörung", meinte Stronach.

Stronach attackierte in der oberösterreichischen "Rundschau" auch den Generaldirektor der oberösterreichischen Raiffeisen-Landesbank, Ludwig Scharinger und dessen Konsortium. "Da sagt der Scharinger wir müssen aufpassen, dass die Voest nicht in die schlechten Hände von Magna geht - das ist rufschädigend, das sind Milliarden Euro Rufschädigung."

"Was hat dieses Konsortium bisher getan", fragt Stronach. "Wer von denen hat jemals eine Fabrik gebaut? Die sind doch wie die Aasgeier
- suchen, wo es etwas billig zu haben gibt, machen sich die Sache unter dem Tisch aus und kaufen dann billig." Dabei habe die Geschichte immer gezeigt: "Wenn die Banken einmal drinnen sind, kannst du alles vergessen. Man sollte einmal durchleuchten, wo dieses Konsortium überall drinnen steckt."

Scharinger erwiderte laut "Rundschau": "Genau das, was Stronach uns vorwirft, haben wir beim Verkauf der Steyrer Werke erlebt. Da wurde ohne Ausschreibung von der CA-Bank Austria unter (Gerhard) Randa an die Magna unter dem Tisch verkauft. Warum das so gemacht wurde, bleibt ein ewiges Rätsel."

Scharinger kritisierte außerdem Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Dieser hatte am Freitag gemeint, er schließe bei der voestalpine- Privatisierung niemanden aus. Am Tag davor hatte er gesagt, strategische Investoren wie Magna und ThyssenKrupp seien aus dem Rennen. Scharinger: "Es ist sonderbar, welche Kommentare der Finanzminister in dieser Causa abgibt. Ich hoffe, dass er noch weiß, was er tut." (apa)

12.7.2003 21:15