Samstag, 12. Juli 2003

Wieder Bierkrieg rund um BBAG ausgebrochen

Die Übernahme des österreichischen Bier-Marktführers BBAG durch die niederländische Heineken sorgt für eine Neuauflage im so genannten Bierkrieg. Die Kontrahenten sind die ehemaligen Kernaktionäre um die Tiroler Familie Marsoner und die verbliebenen Hauptgesellschafter unter Führung der Linzer Gruppe, berichtete die "Tiroler Tageszeitung".

Es dürfte um bis zu 75 Mio. Euro gehen, die von der Marsoner- Gruppe zusätzlich gefordert werden. Post haben die rund 700 Kernaktionäre des Brau-Konzerns BBAG nach der Übernahme durch den niederländischen Bierriesen Heineken bekommen. Im Schreiben werden die Aktionäre darauf hingewiesen, dass zehn Prozent ihrer Ansprüche aus dem möglichen Verkauf einbehalten werden. Heineken bietet den Familienaktionären 769 Millionen Euro.

Als Gründe führt der Sprecher der Kernaktionäre, Ludwig Beurle (Linzer Gruppe), neben dem offenen Kartellverfahren behauptete Ansprüche des ehemaligen Kernaktionärs der Gruppe um die Familie Marsoner an. Sie fordert nach ihrem Verkauf der Anteile im April 2001 eine Nachbesserung.

Daher bereitet sich die Gruppe auf einen massiven Rechtsstreit vor. Gegenüber der TT zeigt sich Helmut Marsoner zuversichtlich. "Wir haben umfangreiche Gutachten in Auftrag gegeben und werden unsere Ansprüche gerichtlich geltend machen." Wie hoch jene Summe sein wird, die die Gruppe Marsoner einklagt, sei offen. "Es kann sich um bis zu zehn Prozent des Kaufpreises handeln, den Heineken für den BBAG- Konzern bezahlt hat", hält sich Marsoner bedeckt. Es könnte sich demnach um 75 Millionen Euro handeln.
(apa)

12.7.2003 12:52