Donnerstag, 10. Juli 2003

Europäische Zentralbank: Leitzinsen weiter bei 2,0 %

  • Zuletzt waren Rufe nach einer Zinssenkung laut geworden

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Leitzinsen (am 8. Jänner 2004) nicht angetastet. Der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld in der Eurozone bleibt trotz Euro-Hoch weiter bei 2,0 Prozent. Auch die Bank of England (BoE) ließ ihren Leitzins bei 3,75 Prozent. Angesichts des zunehmenden Drucks auf die EZB, dem steigenden Eurokurs entgegenzusteuern, zeigte sich Notenbank-Chef Jean-Claude Trichet betont gelassen.

Zuletzt hatte die Notenbank ihr Zinsniveau Anfang Juni 2003 um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Die meisten EZB-Beobachter rechnen auch mindestens bis zur Jahresmitte mit unveränderten Leitzinsen. Die Notenbank werde wachsenden Inflationsgefahren mit einer Zinserhöhung erst vorbeugen, wenn die Konjunktur wie erwartet in Fahrt komme.

Nach dem anhaltenden starken Kursanstieg des Euro zum Jahreswechsel mehrten sich allerdings Forderungen nach einer weiteren Zinssenkung der EZB. Die Gemeinschaftswährung war innerhalb weniger Tage bis über die Marke von 1,28 US-Dollar geklettert.

Der stärkere Euro werde die Konjunktur belasten und die Teuerungsrate dämpfen, argumentieren Volkswirte. Zudem würde der Zinsvorteil der Euro-Zone gegenüber den USA, wo der Leitzins mit einem Prozent nur halb so hoch ist, geringer. Euro-Anlagen würden damit an Attraktivität verlieren.

Eine Zunahme der weltweiten Nachfrage sollte nach Einschätzung von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet negative Effekte durch den rasanten Kursanstieg des Euro zumindest teilweise ausgleichen.

"Unsere Einschätzung der wirtschaftlichen Lage hat sich nicht verändert, obwohl die jüngste Entwicklung des Euro-Wechselkurses negative Auswirkungen auf die Exporteure in der Euro-Zone hat", sagte Trichet am Donnerstag bei der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. (APA/Red.)

10.7.2003 13:50