Betriebsräte für 25 Prozent-Anteil bei ÖIAG
- Magna bestätigt erstmals Kauf-Interesse für voestalpine
- ÖGB-Präsident Verzetnitsch fordert "Ausverkaufs-Stopp"
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Die Belegschaftsvertreter der voestalpine haben am Mittwoch bekräftigt, dass die Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie in den Händen der ÖIAG verbleiben müsse. Nur auf diese Weise sei "die Absicherung der voestalpine und damit von Tausenden Arbeitsplätzen zu gewährleisten", stellte Helmut Oberchristl, der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates, in einer Aussendung fest. Mit Frank Stronach und Siegfried Wolf hatten sich am Dienstag gleich zwei Magna-Spitzen zur Privatisierungs-Debatte um die ÖIAG-Anteile an der voestalpine zu Wort gemeldet und ihr Interesse für den Betrieb bestätigt.
Die über die 25 Prozent hinaus gehenden ÖIAG-Anteile - im Ausmaß von rund neun Prozent - sollten "an österreichische Finanzinvestoren, Länder und der Mitarbeiterbeteiligung verkauft werden", so Oberchristl. Die Mitarbeiterbeteiligung sollte von bisher 6,7 Prozent auf über zehn Prozent erhöht werden. Und schließlich forderte Oberchristl wörtlich "ein Ende der 'Freunderlwirtschaft' beim Verkauf der voestalpine".
Verzetnitsch fordert "Ausverkaufs-Stopp"
Einen "sofortigen Ausverkaufs-Stopp österreichischen Eigentums" forderte am Mittwoch in einer Aussendung ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch im Zusammenhang mit den Diskussionen um die Privatisierung der voestalpine. Statt des Ausverkaufs verlangte der ÖGB-Chef ein "positiv orientiertes mittel- und längerfristiges Konzept, das den Fortbestand und die Weiterentwicklung der industriellen Kernsubstanz, aber auch den Erhalt öffentlicher Dienstleistungen" ermögliche.
Einen Verkauf der voestalpine-Anteile durch die Republik lehnt der ÖGB "strikt ab", so Verzetnitsch, "es darf zu keiner Zerschlagung kommen, denn damit würden die derzeit positive wirtschaftliche Entwicklung des gesamten Region sowie der einzelnen Standorte beeinträchtigt". Das würde "die Verschleuderung von Volksvermögen sowie den Verlust Tausender Arbeitsplätze bedeuten".
Magna bestätigt erstmals Kauf-Interesse
Frank Stronach meinte am Dienstag, er selbst habe nie Interesse an der voestalpine geäußert, "ich weiß zu wenig Bescheid darüber. Es könnte aber sein, dass ich Interesse habe". Magna-Europa-Chef Wolf erklärte, er verlange Transparenz und Fairness bei der Privatisierung.
Stronach und Wolf hatten auch unabhängig voneinander Vorstellungen parat, wie ein eventueller Voest-Anteils-Verkauf laufen sollte. "Im Aufsichtsrat müssten nur Österreicher sein, die voestalpine muss an der Börse sein". Das Angebot sollte in einem verschlossenen Kuvert abgegeben werden und den Zuschlag derjenige erhalten, bei dem ein anständiger Preis drinnen sei, so Stronach.
Wolf erklärte am Rande der Pressekonferenz zum Saab-Convertible-Produktionsstart, die Diskussion um die Privatisierung werde Magna gegenüber nicht fair, ja rufschädigend geführt.
Jobgarantie
Etwas präziser als Stronach formulierte Wolf seine Vorstellungen von der Privatisierung: "Es geht mir um Transparenz und es geht mir um eine Jobgarantie. Jeder Anbieter sollte die Arbeitsplätze garantieren. Hält er sich nicht daran, so ist eine Pönale von 40.000 Euro pro Job eine gute Nummer." Die Entwicklung und die Entscheidungen sollten auch in Zukunft in Österreich getroffen werden, jeder private Investor müsste eine Garantie für ein heimisches Entscheidungszentrum geben und auch "zum Wohl des Börseplatzes Österreich" beitragen. Das Angebot für die voestalpine-Anteile sollte in einem geschlossenen Kuvert abgeben werden.
Auf die Frage, ob eine Jobgarantie nicht unseriös sei, antworte Wolf: "Das ist sehr seriös, wenn sich das Management mit der Belegschaft identifiziert." Wolf meinte auch, Magna zerschlage nicht und ziele nicht auf kurzfristigen Profit ab. Man wolle für Magna keine Vorteile, aber auch keine Nachteile.
(apa, red)
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