Dienstag, 8. Juli 2003

Die goldenen Zeiten im Toursimus sind vorbei

  • Reisende schauen mehr aufs Geld und wechseln Reiseziele

Die Zeiten des überdurchschnittlichen Wachstums im Tourismus sind vorbei. Die Verbraucher werden wählerischer und preisbewusster, die Konzerne müssen auf das Kerngeschäft Pauschalreise fokussieren, Spezialanbieter haben gute Chancen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie über die Zukunft der europäischen Tourismuswirtschaft.

Künftig weniger Wachstum im europäischen Tourismus =
Die Touristik-Industrie befinde sich "in der wohl schwierigsten Phase ihrer jüngeren Geschichte", heißt es in der Studie. Der weltweite Tourismus werde 2003 von zahlreichen Faktoren wie der wirtschaftlichen Unsicherheit, der Sars-Lungenkrankheit, dem Irak- Krieg und von Terrorismus gebremst.

Bereits 2002 sei die Anzahl der Flugreisen um zehn Prozent zurückgegangen, heuer sei eine Fortsetzung dieses Trends zu erwarten. Die jährliche Wachstumskurve im Tourismus werde sich wegen der zunehmenden Individualisierung und Zersplitterung der Kundenwünsche von 2004 bis 2010 von bisher sechs Prozent auf weniger als drei Prozent abschwächen.

"Nicht fokussierte Veranstalter, konzernunabhängige Reisebüros sowie Charterflug-Gesellschaften werden die Verlierer im Reisemarkt der Zukunft sein", meinen die Berater. Die Reiseveranstalter müssten nach einer klareren Differenzierung gegenüber den Mitbewerbern und einer höheren Wertschöpfung streben. Obwohl sich die Kunden immer schwerer bestimmten Reisekategorien zuordnen lassen, sollten die Touristik-Unternehmen deutliche Schwerpunkte in ihrem Programm setzen.

Reisende buchen zunehmend später, wollen individueller reisen, wechseln ihre Urlaubsart und sind deutlich preissensibler, so die Berater. Es gebe auch immer mehr "Category Hopper", die etwa einer preiswerten Pauschalreise in die Türkei ein exklusives Städtewochenende in Paris folgen lassen.
(apa)

8.7.2003 14:09