Dienstag, 8. Juli 2003

Armstrong-Herausforderer Hamilton erstes Topur-Opfer

  • Keine Aufgabe trotz eines doppelten Schlüsselbeinbruchs

Die "Tour der Leiden" fordert jedes Jahr ihre Opfer. Heuer ist für Mitfavorit Tyler Hamilton ist die Rundfahrt gelaufen, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat. Doch Aufgeben kommt trotz eines doppelten Schlüsselbeinbruchs für den schmächtigen US-Boy noch nicht in Frage.

Hamilton hat Schmerzen und kann kaum schlafen. "Im Moment entscheiden wir von Tag zu Tag, ob es weitergeht", sagt der 32-jährige Teamkollege von Peter Luttenberger im dänischen CSC-Team unter der Regie von Bjarne Riis. Hamilton hat sich zumindest ein Nahziel gesetzt: "Ich will unbedingt bis zum Mannschaftszeitfahren am Mittwoch durchhalten. Mein Team braucht mich."

Ohne Schmerzmittel könnte Hamilton nicht auf sein Rad steigen und über die Hügel der Ardennen rollen, obwohl er im vorigen Jahr mit einem angebrochenen Schulterblatt Zweiter beim Giro d'Italia wurde. In dieser Saison hatte er sich als Sieger von Lüttich-Bastogne-Lüttich und der Tour de Romandie als Armstrong-Herausforderer profiliert.

Trotz seiner Schmerzen ist er in Frankreich auch Medienprofi genug, geduldig alle Fragen zu beantworten und sich ein Lächeln abzuringen. Teamchef Riis lässt dagegen den Kopf hängen: "Es tut mir so Leid für ihn, aber so läuft das eben. Das Leben geht weiter", sagt Riis und äußert großen Respekt vor der Leidensfähigkeit von Hamilton. "Es ist fantastisch, verrückt. Er kann in den Bergen fahren - ob er es schnell genug kann, ist eine andere Frage. Ich erwarte gar nichts und will jetzt noch nicht an Paris denken." Neuer starker Mann im CSC-Team soll bis dahin der letztjährige Tour-Zehnte Carlos Sastre aus Spanien sein, denn das Ende für Hamilton ist absehbar.

(APA/Red)

8.7.2003 13:33