Pamplona: Polizei vereitelt Eta-Bomben-Anschlag
- Vier-Kilo-Sprengsatz in Hotel deponiert
Einen Tag nach der Ankündigung neuer Anschläge seitens der baskischen Untergrundorganisation ETA hat die spanische Polizei ein Bombenattentat auf ein Hotel in Pamplona vereitelt. Die Beamten entschärften am Sonntag einen Vier-Kilo- Sprengsatz, der in einem Mülleimer in der Damen-Toilette einer Cafeteria deponiert worden war. Zuvor hatte ein anonymer Anrufer im Namen der ETA vor der Bombe gewarnt.
Wegen der berühmten Stiertreiben waren am Wochenende Zehntausende Besucher ins nordspanische Pamplona geströmt. "Die ETA hat versucht, die Feierlichkeiten zu sprengen", sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. Der anonyme Anrufer habe erklärt, die Bombe sei die Vergeltung dafür, dass das Hotel sich geweigert habe, Schutzgelder - die so genannte Revolutionssteuer - zu zahlen. Der Sprengsatz konnte zunächst nicht gefunden werden, weil das Reinigungspersonal den Mülleimer in einen Abstellraum im Keller gebracht hatte. Einer Putzfrau war aufgefallen, dass er sehr schwer war, hatte aber sonst nichts verdächtiges bemerkt.
Erst am Samstag war ein internes Rundschreiben der ETA bekannt geworden, in dem die Organisation mit neuem Bombenterror in spanischen Ferienorten drohte und auch große Unternehmen zu Anschlagzielen erklärte. Es gelte, die spanische Wirtschaft zu treffen und ausländische Investitionen zu verhindern, hieß es darin. Dazu sollten Schutzgelder nun auch von international tätigen Konzernen erpresst werden.
Die ETA kündigte in dem Schreiben eine "systematische" Terrorkampagne an, die auch "Oligarchen, Reiche, Bankiers und Manager" treffen soll. Der Tourismus sei wegen seiner großen Bedeutung für die spanische Wirtschaft ein Ziel.
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