Samstag, 12. Juli 2003

Hamas und Dschihad drohen mit Ende der Waffenruhe

  • Radikale Palästinensergruppen verweigern Entwaffnung
  • Sharon auf Staatsbesuch in London

Die radikalen Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad haben angesichts des verschärften Vorgehens der palästinensischen Sicherheitskräfte mit einem Ende der Waffenruhe gedroht. Versuche, die beiden Gruppen zu entwaffnen, würden keinesfalls akzeptiert, erklärten sie am Sonntag. Der israelische Ministerpräsident Sharon brach unterdessen zu einem viertägigen Besuch nach Großbritannien auf.

Die palästinensischen Sicherheitskräfte hätten mit einer Kampagne begonnen, deren Ziel "die Entwaffnung des palästinensischen Widerstands im Gazastreifen" sei, erklärten Hamas und Islamischer Dschihad. "Dieser Schritt stellt eine rote Linie dar, deren Überschreitung unter keinen Umständen akzeptiert werden kann." Das israelische Radio berichtete am Sonntag, die palästinensischen Sicherheitskräfte hätten am Wochenende Waffen beschlagnahmt und etwa 20 Verdächtige festgenommen.

Die Spannungen zwischen den palästinensischen Sicherheitsbehörden und militanten Mitgliedern der Hamas hatten bereits am Samstag zugenommen. Hamas-Kämpfer griffen einen Stützpunkt der palästinensischen Sicherheitskräfte in Gaza an. Der Angriff mit Gewehrschüssen und Handgranaten erfolgte einen Tag, nachdem Leibwächter des palästinensischen Sicherheitschefs Mohammed Dahlan einen Hamas-Aktivisten angeschossen hatten.

Israelische und palästinensische Sicherheitskräfte haben am Sonntag ihren ersten gemeinsamen Großeinsatz seit Ausrufung der Waffenruhe vor zwei Wochen unternommen. Sie suchten im Bereich Ramallah nach einem vermissten Taxifahrer, der vermutlich zwei Tage zuvor entführt wurde. Das israelische Militär geht davon aus, dass der 61-jährige Eliahu Gurel als Geisel für Verhandlungen über die Freilassung palästinensischer Häftlinge genommen wurde.
(APA)

12.7.2003 20:11