Kirche in der Krise: Vatikan-Defizit 2002 vervierfacht
- "Finanz-Kardinal" Sebastiani: "Krisen-Ende nicht in Sicht"
- Aber: Vatikan-Vermögen von 700 Mio. deckt Schulden ab
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Die Kirche ist in der Krise! Und diesmal geht es weder um Glaubensfragen, den kranken Papst oder um pädophile Bischöfe und Priester, sondern um die explodierenden Schulden des Vatikan. Im Vorjahr vervierfachte sich das Budgetdefizit des Kirchenstaates auf 13,5 Millionen Euro. Und: Laut dem zuständigen Kardinal Sergio Sebastiani ist ein Ende der Krise nicht in Sicht.
Grund für das Minus sei vor allem der ungünstige Verlauf der Weltwirtschaft, berichtete Sebastiani am Donnerstag in Rom. "Diese Krise hat in der letzten Hälfte des Jahres 2000 begonnen und ein Ende ist noch nicht abzusehen."
Schon im Vorjahr hatte der Vatikan die internationale Börsenkrise für das Haushaltsloch des Jahres 2001 von 3,5 Millionen Euro verantwortlich gemacht. Bis vor zwei Jahren hatte der Vatikan noch einen Überschuss erwirtschaftet, der 2000 knapp neun Millionen Euro betrug.
Insgesamt standen 2002 Ausgaben von 230 Millionen Euro Einnahmen von 216,5 Millionen Euro gegenüber. An den Finanzmärkten verlor der Kirchenstaat im vergangenen Jahr 16,3 Millionen Euro. 2001 waren noch Gewinne von 32,9 Millionen Euro verzeichnet worden. Sehr positiv sei hingegen das Immobiliengeschäft verlaufen. Auch die Spendeneinnahmen seien um über 15 Millionen Euro auf 85,4 Millionen Euro gestiegen.
Der Bilanzverlust sei durch das Vermögen des Vatikans bestens abgedeckt, betonte Ivan Ruggiero, der höchste Finanzbeamte des Kirchenstaates. Es habe formell einen Wert von etwa 700 Millionen Euro. Die meisten Gebäude und Kirchen, wie etwa der Petersdom, seien jedoch nur mit symbolischen Beträgen berücksichtigt. (APA/red)
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