Donnerstag, 10. Juli 2003

Neuer Anschlagsversuch in Moskau

  • Russischer Geheimdienstbeamter getötet
  • Wochenende: 15 Tote bei Anschlag auf Rock-Festival

Vier Tage nach dem doppelten Selbstmordanschlag auf ein Rockkonzert in Moskau ist bei einem neuen Attentatsversuch ein russischer Geheimdienstbeamter getötet worden. Der Ermittler sei bei einer Explosion ums Leben gekommen, als er vor einem Restaurant in der Moskauer Innenstadt einen Sprengsatz entschärfen wollte, teilte die Polizei Donnerstag Früh mit.

Den Angaben zufolge wollte eine junge Frau mit einem Rucksack zuvor das Restaurant betreten, flüchtete aber, als Sicherheitskräfte sie kontrollieren wollten. Bei der Festnahme der Frau habe sie den mit einem Sprengsatz gefüllten Rucksack auf die Straße geworfen, gab die Polizei weiter bekannt.

Beamte des Inlandsgeheimdienstes FSB deckten den Rucksack den Angaben zufolge anschließend mit einer schusssicheren Weste ab und überprüften den Sprengsatz fünf Mal mit einem Roboter. Erst dann habe sich ein Experte mit Schutzanzug dem Rucksack genähert, woraufhin die Bombe sofort explodiert sei, berichtete ein Augenzeuge. Die Bombe mit einer Sprengkraft von zwei Kilogramm TNT habe dem FSB-Fachmann praktisch keine Überlebenschance gelassen, sagte ein Polizeisprecher.

Am Samstag hatten sich zwei vermutlich tschetschenische Attentäterinnen vor dem Eingang zu einem Rockkonzert in Moskau in die Luft gesprengt und dabei 13 Menschen mit in den Tod gerissen. Etwa 60 Menschen wurden verletzt. (APA/red)

10.7.2003 08:25