Bush-Administration zeigt "Zeichen von Größenwahn"
- Britischer Gelehrter Eric J. Hobsbawm im "Zeit"-Interview

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Flughafen Bagdad: 100 Mio. $ Schaden
Scharfe Kritik an den USA: Der in London lebende Historiker Eric J. Hobsbawm, er gilt als einer der letzten Universalgelehrten der Gegenwart, hat die US-Außenpolitik scharf kritisiert. Die Bush-Administration zeige alle "Zeichen von Größenwahn" und ignoriere die alten Erfahrungen der Diplomatie einfach, erklärte Hobsbawm in einem im Voraus verbreiteten Gespräch in der neuen Ausgabe der deutschen Wochenzeitung "Die Zeit".
George W. Bush, so Hobsbawm, wolle Europa spalten und seine Errungenschaften in Frage stellen. "Viele glauben, das amerikanische Weltreich sei für das Gute, und nur fürs Gute. Dabei ist das, was die Amerikaner unter Menschenrechten verstehen, nicht immer das, was andere darunter verstehen", sagte Hobsbawm in der "Zeit".
Amerika habe den Irak unter Bruch des Völkerrechts nicht deshalb angegriffen, weil dort die Menschenrechtssituation unerträglich gewesen sei. "Sie haben den Irak angegriffen, weil sie ihn vor zehn Jahren besiegt hatten und die Leute sich weigerten, die Niederlage ernst zu nehmen." Verständnis äußerte Hobsbawm für die Haltung osteuropäischer Intellektueller. Sie seien, wie andere auch, von der europäischen Politik während des Balkankrieges enttäuscht worden. (apa/ red)
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