Auftakt des Theaterfestivals in Avignon abgesagt
- Freie Mitarbeiter legen Arbeit nieder

Der Auftakt des renommierten Theaterfestivals von Avignon ist wegen eines Streiks im französischen Kulturbetrieb abgesagt worden. Wie die Organisatoren mitteilten, werde das Eintrittsgeld für die Aufführungen "Wolf" von Alain Platel und das Pferdespektakel "Loungta" am Dienstag erstattet. Zunächst war unklar, ob das dreiwöchige Festival in der südfranzösischen Stadt überhaupt stattfinden kann.
Auf Drängen der kommunistisch orientierten Gewerkschaft CGT hatten die frei beschäftigten 640 Bühnentechniker, Beleuchter und Schauspieler am Montagabend mehrheitlich für einen Streik gestimmt, über dessen Fortsetzung von Tag zu Tag neu entschieden werden soll. Die CGT hat zu Arbeitsniederlegungen im ganzen Land aufgerufen.
Seit Wochen machen freie Mitarbeiter mit Streiks und Kundgebungen gegen eine Reform ihrer Arbeitslosenversicherung mobil. Demnach müssen die rund knapp 100.000 Beschäftigten eine bestimmte Anzahl von Arbeitsstunden für die vergangenen zehn statt bisher zwölf Monate nachweisen, um dann höchstens acht statt wie bisher zehn Monate Arbeitslosengeld zu kassieren. Damit soll die Sonderversicherung für die Branche saniert werden, die 2001 ein Minus von 738 Millionen Euro aufwies.
Kulturminister Jean-Jacques Aillagon war den Streikenden entgegengekommen und hatte zugesagt, die Reform nicht vor Anfang 2004 umzusetzen. Bis dahin sollten die Tarifpartner Nachbesserungen aushandeln.
Im letzten Jahr besuchten 117.000 Besucher die 420 Vorstellungen beim Theaterfest in Avignon, über eine halbe Million Kulturbegeisterte strömte zu den Veranstaltungen des Off-Festivals. Eine Absage der gesamten Festspiele würde für die Region Einbußen von mehr als 22 Millionen Euro bedeuten.
(apa)
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