Israel erwägt Freilassung auch von Extremisten
- Jihad bekennt sich zu jüngstem Selbstmordanschlag
Nach der Drohung der radikal-islamischen Hamas mit einer Wiederaufnahme des bewaffneten Kampfes erwägt Israel offenbar die Freilassung mehrerer Mitglieder von Extremistengruppen. Die israelische Zeitung "Haaretz" meldete am Dienstag, man wolle möglicherweise bei der anstehenden Freilassung von etwa 350 Gefangenen auch einige Mitglieder der Hamas und Islamischer Jihad auf freien Fuß setzen.
Bisher hatte Israel stets betont, es sollten keine Häftlinge dieser Gruppen freigelassen werden. Der palästinensische Geheimdienstchef Mohammed Dachlan warnte jedoch während seines Treffens mit dem israelischen Verteidigungsministers Shaul Mofaz vor einer schweren Krise mit den Extremistengruppen.
Auch in israelischen Sicherheitskreisen sei die Befürchtung geäußert worden, Hamas und Islamischer Jihad könnten aus Frustration die Anschläge wieder aufnehmen. Daher neige man zur Freilassung mehrerer Mitglieder dieser Gruppen, die nicht an Anschlägen beteiligt waren. Der Hamas-Führer Abdel Aziz Rantissi hatte am Montag mit einer Beendigung der Waffenruhe gedroht, sollte Israel nicht alle palästinensischen Häftlinge freilassen.
Jihad bekennt sich zu jüngstem Terror
Acht Tage nach der Gewaltverzichtserklärung militanter Palästinenser hat die Organisation Islamischer Jihad die Waffenruhe gebrochen und einen Selbstmordanschlag in Israel verübt. In einem Fax an die Nachrichtenagentur AP bekannte sich am Dienstag der Islamische Jihad zu dem Anschlag bei Tel Aviv vom Vorabend, bei dem der Attentäter und eine Frau getötet wurden.
Die Organisation kündigte weitere Anschläge an, falls Israel die Forderung nach einer Massenentlassung von palästinensischen Häftlingen nicht erfüllen sollte. "Lasst die Gefangenen frei, oder die Konsequenzen werden ernst sein", heißt es in dem Schreiben. Der Anschlag in dem Dorf Kfar Yavetz ereignete sich während der Vorbereitungen für einen möglichen Besuch des palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas in der Knesset. (APA/red)
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