Ladehemmung verhinderte Amoklauf und Blutbad in Wien
- Mann wollte Ex-Freundin erschießen
- Motiv: Angeblich hat sich Frau nicht um Sohn gekümmert
Die Ladehemmung einer Waffe rettete Samstag früh der 28-Jährigen Bettina S. das Leben. Ihr Ex-Mann Yildirim S. stürmte um 7:15 Uhr eine Likörstube in Wien-Hernals in der sich seine Ex-Gattin aufhielt und eröffnete das Feuer. Der Schuss verfehlte aber das Ziel. Eine Ladehemmung verhinderte Schlimmeres. Der Mann gab als Motiv an, seine Ex-Frau hätte sich zuwenig um ihren gemeinsamen Sohn gekümmert.
Wie ernst die Lage war beweist die Aussage vom 27-Jährigen bei seiner Einvernahme: "Ich hätte jeden getötet, der sich mir in den Weg stellt". Der Mann schoss zuerst aus nächster Nähe auf seine Ex-Frau, die nach ihrer Arbeit als Kellnerin in die nahe gelegene Likörstube gegangen war. Ein Begleiter stürzte sich auf die Waffenhand, der Schuss wurde in die Wand abgelenkt, so Oberstleutnant Gerhard Rabensteiner vom Kriminalkommissariat West zur APA.
Danach gab die Waffe des Mannes den Geist auf. Yildirim S. wollte noch einmal auf seine Ex-Frau und auf ihren Begleiter feuern, durch eine Ladehemmung konnte er aber keine weiteren Schüsse mehr abgeben. Yildirim S. schlug daraufhin mit der Pistole dem Mann mehrmals ins Gesicht, so dass dieser schwer verletzt bewusstlos zu Boden fiel. Die anderen Gäste des Lokals hatten sich hinter der Bar verschanzt.
Bettina S. flüchtete inzwischen aus dem Lokal in ein nahe gelegenes Haus. Yildirim S. setzte ihr nach, der Kellner nahm kurzerhand die Verfolgung auf. Vor dem Lokal hielt ihm der 27-Jährige die Waffe an den Kopf, konnte aber wieder nicht keinen Schuss abfeuern. Der Kellner lief in eine Trafik und verständigte die Polizei.
Yildirim S., der immer wieder versuchte, das Magazin zu wechseln und die Pistole wieder zum Funktionieren zu bringen, hatte inzwischen seine 28-jährige Ex-Frau im Stiegenhaus gestellt. Er setzte ihr die Waffe an den Kopf und drückte mehrmals ab, doch erneut verhinderte die Ladehemmung eine Bluttat. Danach schlug er wie wild Bettina S. mit dem Knauf ins Gesicht und verletzte sie schwer.
Von der alarmierten Polizei ließ Yildirim S. sich widerstandlos festnehmen. Bei der Einvernahme gab er an, dass sich seine Ex-Frau zu wenig um ihren gemeinsamen Sohn gekümmert hatte. Bettina S. berichtete hingegen von rasender Eifersucht des Mannes. Immer wieder habe er sie per SMS bedroht.
Die Waffe einer unbekannten Marke mit herausgefeilter Seriennummer will Yildirim S. im Stadtpark gefunden haben. Die Tat dürfte der Mann geplant haben, da bei ihm 5.000 Euro Bargeld gefunden wurden, mit denen er sich wahrscheinlich absetzen wollte. (apa/red)
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