Freitag, 11. Juli 2003

Pröll legt bei Kritik an FPÖ ein Schäuferl nach

  • FPÖ geht "Weg der Demütigung" gegenüber der ÖVP
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Der niederösterreichische Landeshauptmann Pröll geht nun in einem Interview mit seiner Bundespartei und dem Koalitionspartner FPÖ immer härter ins Gericht: Er halte es für "unerträglich", dass die Freiheitlichen "einen Weg der Demütigung" gegenüber der ÖVP gehen würden. Er frage sich, wie lange die ÖVP dies noch dulden werde.

Pröll ist prononcierter Befürworter einer schwarz-roten Koalition und hat sich als VP-Landeschef wiederholt öffentlich kritisch zur Neuauflage von Schwarz-Blau zu Wort gemeldet. Er glaubt dennoch nicht, dass er mit seiner wiederholten öffentlichen Kritik an der Entscheidung von Bundeskanzler Schüssel für die FPÖ seinen Parteichef unter Druck setze. Er habe aber seine persönliche Einschätzung der Situation, sagt Pröll.

In der "Unsicherheit" im Bund sieht er eine Gefahr für die Positionierung Österreichs in der erweiterten EU. Die FPÖ habe nur ihre Partei- und nicht Staatsinteressen im Auge. Im Gegensatz zur Instabilität auf Bundesebene stünden die stabilen Länder, insbesondere sein Bundesland Niederösterreich, so der Landeshauptmann. Hier hat die ÖVP seit den Landtagswahlen im März die absolute Mehrheit.

Der FPÖ prophezeit Pröll bei den kommenden Landtagswahlen in Oberösterreich und Tirol ähnliche Verluste wie in Niederösterreich. Dort stürzten die Freiheitlichen um mehr als elf Prozentpunkte ab.

Die Diskussion um Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der auf Wunsch des Bundeskanzlers für die ÖVP einen Regierungssitz erhielt, sieht Pröll als "Geplänkel, das vorübergeht". Er wirft Grasser aber vor, "ungeschickt" agiert zu haben. Nun müsse dieser Fakten liefern. Fragen über seine Ambitionen wehrt Pröll, der immer wieder als ÖVP- Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten genannt wird, ab. (apa)

11.7.2003 20:51