Freitag, 11. Juli 2003

Geschirrspülmittel statt Schnaps serviert: 5 Verletzte!

  • Verhängnisvoller Irrtum in Klagenfurt
  • Junge Schankkraft verwechselte Kanister: "Ich war im Stress"

Ein furchtbarer Irrtum passierte Donnerstag Abend einer jungen Schankkraft in Klagenfurt: Die 21-Jährige verwechselte zwei Kanister und schenkte statt Schnaps Geschirrspülmittel aus! Vier Gäste und ein Kellner, der das "Getränk" ebenfalls probiert hatte, erlitten schwere Verätzungen.

Am Donnerstag um 22.15 Uhr wurde fünf Gästen eine Runde Schnaps auf Kosten des Hauses serviert. Einer der Gäste schüttete das Glas aus, nachdem ihm der Geruch des "Schnapses" eigenartig vorkam. Die vier anderen vier bekamen unmittelbar nach der Konsumation Hustenanfälle sowie glasige und rote Augen und äußerten, dass das Getränk "wie Feuer brennen" würde. Nach der Reklamation beim Kellner probierte auch dieser den "Schnaps", worauf auch er zu husten begann und über einen brennenden Schmerz klagte.

Der Notarzt veranlasste die Überstellung der Opfer in das LKH Klagenfurt. Dort wurden bei drei Frauen, 44, 31 und 22 Jahre alt, sowie beim 26-jährigen Kellner im Mundbereich starke Verätzungen festgestellt. Die 44-Jährige erlitt außerdem Verätzungen der Speiseröhre. Sie alle wurden stationär aufgenommen. Ein 45 Jahre alter Mann kam glimpflicher davon und konnte nach ambulanter Behandlung entlassen werden.

Die Ermittlungen ergaben, dass im Bereich der Theke eine Zweiliterflasche mit der Aufschrift "Apfelmost" mit Schnaps bereitgestellt ist. Der Plastikkanister zum Nachfüllen steht im Keller. Ein Plastikkanister in gleicher Größe wird bei der Theke hinter dem Mistkübel verwahrt. Dieser Behälter für Geschirrspülmittel trägt die Aufschrift "Holluvit Mega 3". Auch ein Gefahrenaufkleber "ätzend" in der Größe von zehn mal zehn Zentimeter ist deutlich sichtbar angebracht. Die farblose Flüssigkeit enthält Kaliumhydroxid.

Kellnerin wird angezeigt
Wie sich herausstellte, hatte bereits am Vorabend eine 21-jährige Kellnerin die leere "Schnapsflasche" versehentlich mit dem Geschirrspülmittel nachgefüllt. Gegenüber der Polizei rechtfertigte sich die junge Frau damit, dass sie noch nie den Schnaps nachgefüllt habe und im Stress auch nicht gelesen hätte, was auf dem Kanister stand. Sie muss mit einer Anzeige wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung rechnen. Die Ermittlungen waren noch nicht abgeschlossen.

11.7.2003 10:43