Türkischer Ministerpräsident Erdogan besucht Wien
- Treffen mit Klestil, Schüssel und der Wirtschaftskammer
- Kräftiges Werben für EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei

Die Türkei segelt weiter auf Kurs Richtung EU. Und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ist dabei für jede Unterstützung dankbar. Auf seiner Tour durch die EU-Hauptstädte macht Erdogan heute in Wien Station - und rührte für die Eröffnung von Beitrittsverhandlungen der EU mit der Türkei kräftig die Werbetrommel.
Erdogan unterstrich, dass 2004 "das Jahr der Implementierung der Reformen ist, die wir benötigen". Nach seinem Gespräch mit Bundeskanzler Schüssel betonte Erdogan am Freitag in Wien die Entschlossenheit Ankaras, auf einen EU-Beitritt hinzuarbeiten: "Ob man uns nimmt oder nicht - wir gehen unseren Weg."
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Erdogan sprach Österreich ausdrücklich seinen Dank bei der Unterstützung der EU-Ambitionen Ankaras aus. "Österreich hat uns bisher nicht allein gelassen." Bundeskanzler Schüssel "hat uns vor und auch nach Kopenhagen sehr geholfen", betonte der türkische Premier, der zu einem offiziellen Besuch nach Österreich gekommen ist. Österreich ist das letzte EU-Mitgliedsland, das er seit seiner Amtsübernahme im Frühjahr besucht. Wegen der Regierungsbildung in Österreich hatte er damals seine Wien-Visite verschoben.
Schüssel erklärte, er "gratuliere Erdogan zu den Reformen, die er in wenigen Monaten zustande gebracht hat". Diese Reformen lägen voll auf der Linie der europäischen Ziele. Der Bundeskanzler erwähnte auch, dass im kommenden Jahr in Brüssel ein entscheidender Bericht über den Fortgang der Reformen in der Türkei präsentiert wird. Dem Land ist bisher von EU-Seite kein Datum für eine Aufnahme von Verhandlungen mit Brüssel genannt worden.
Der türkische Ministerpräsident betonte, die EU-Kriterien von Kopenhagen und Maastricht "sind in unserem nationalen Programm fest verankert". Auf Erdogans Programm stehen ferner eine Unterredung mit Bundespräsident Klestil und ein Wirtschaftsforum in der Wirtschaftskammer Österreich. (APA/red)
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