Mittwoch, 9. Juli 2003

Postenbesetzung im Hauptverband umstritten

  • SPÖ-Kritik an FPÖ-Abgeordnete Beate Hartinger

Die gestrige Bestellung zweier neuer Geschäftsführer im Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat auch heute für Diskussionen gesorgt. Die Opposition empörte sich vor allem darüber, dass mit Beate Hartinger eine ehemalige FPÖ-Abgeordnete zum Zug gekommen ist. Die Bestellung des EDV-Experten Volker Schörghofer wird dagegen hingenommen.

ÖVP und Freiheitliche sind mit dem gestrigen Votum des Verwaltungsrats hochzufrieden und freuen sich vor allem darüber, dass erstmals eine Frau eine Spitzenfunktion im Hauptverband einnimmt. Die beiden neuen Geschäftsführer selbst wiesen in einer Pressekonferenz den Vorwurf zurück, nur wegen der Unterstützung der Koalitionsparteien zu ihren Posten gekommen zu sein und betonten dabei ihre Unabhängigkeit.

Gänzlich anders sieht die Reaktion der SPÖ aus. Gesundheitssprecher Manfred Lackner sieht eine "feindliche Übernahme des Hauptverbands durch die Politik". Lackner bezeichnet es als "verwerflich, "mit welcher Vehemenz die FPÖ, die angebliche Partei des kleinen Mannes, ihre Ex-Abgeordnete in die Geschäftsführung des Hauptverbandes gepresst hat". Für den Grünen Sozialsprecher Karl Öllinger handelt es sich um einen weiteren Willkürakt bei der Umfärbung des Hauptverbandes. Damit werde die "schlechte Tradition der schwarzblauen Postenbesetzungen in Gremien fortgesetzt".

Die Vertragsverhandlungen mit den neuen Geschäfsführern sind zwar noch nicht endgültig fixiert, stehen aber laut Hauptverbands- Präsident Martin Gleitsmann (ÖVP) vor dem Abschluss. Dienstbeginn soll der 1. August sein, die Verträge laufen dann zweieinhalb Jahre. Das Jahresgehalt der beläuft sich jeweils auf gut 138.000 Euro brutto plus einer zunächst zehnprozentigen Zulage, die leistungsabhängig auf bis zu 20 Prozent steigen kann. (apa)

9.7.2003 19:25